Dynamic Currency Conversion

Dynamic Currency Conversion (DCC): So verdienen Händler an ausländischen Kunden mit

Das Wichtigste in Kürze

Dynamic Currency Conversion (DCC) ist die dynamische Währungsumrechnung am Bezahlterminal. Ausländische Kunden sehen den Betrag in ihrer Heimatwährung und können wählen, ob sie in dieser oder in Euro zahlen. Der angebotene Kurs enthält einen Aufschlag, an dem der Händler beteiligt wird. So entsteht ein Zusatzerlös pro internationaler Transaktion, ohne Mehraufwand an der Kasse. Pflicht ist dabei: Der Kunde muss frei wählen können, und der Aufschlag gegenüber dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank muss transparent angezeigt werden.

Wer Kundschaft aus dem Ausland bedient, kennt die Situation: Der Kunde zahlt mit einer Karte aus einem Nicht-Euro-Land und weiß bis zur Abrechnung nicht genau, was der Kauf in seiner Währung kostet. Genau hier setzt Dynamic Currency Conversion an. Für Händler ist DCC zugleich ein Service und eine zusätzliche Einnahmequelle. Dieser Beitrag erklärt die Funktionsweise, die Verdienstlogik und die Regeln, die Sie kennen sollten.

Was ist Dynamic Currency Conversion?

DCC ist ein Verfahren, bei dem der Zahlbetrag bei einer Kartenzahlung in Echtzeit in die Heimatwährung des Kunden umgerechnet wird. Statt erst auf der Kreditkartenabrechnung sieht der Kunde den Preis schon am Terminal in seiner eigenen Währung, etwa in Schweizer Franken, britischen Pfund oder US-Dollar. Das schafft Klarheit im Moment des Kaufs und nimmt die Unsicherheit über den späteren Wechselkurs.

Der Unterschied zur klassischen Umrechnung: Bei DCC findet die Umrechnung am Point of Sale statt, mit einem tagesaktuellen Kurs, der direkt auf dem Display und auf dem Beleg ausgewiesen wird.

Wie funktioniert DCC am Terminal?

  1. Der Kunde hält oder steckt seine ausländische Karte. Das Terminal erkennt automatisch die Heimatwährung.
  2. Auf dem Display erscheinen beide Optionen: Zahlung in Euro oder in der Heimatwährung, jeweils mit Betrag und aktuellem Wechselkurs.
  3. Der Kunde wählt selbst, in welcher Währung er zahlen möchte.
  4. Die Transaktion wird abgeschlossen, der Händler erhält die Gutschrift wie gewohnt in Euro.

Für das Personal an der Kasse ändert sich nichts am Ablauf. Die Auswahl trifft der Kunde am Gerät, die Umrechnung läuft im Hintergrund.

Wie verdienen Händler an DCC mit?

Der bei DCC angebotene Wechselkurs enthält einen Aufschlag gegenüber dem reinen Marktkurs. Dieser Aufschlag setzt sich aus einer Umrechnungsgebühr und einer Marge zusammen. Ein Teil davon fließt als Vergütung an den Händler zurück. Je höher das Volumen an Zahlungen mit ausländischen Karten, desto spürbarer der Effekt.

Rechenbeispiel Bei einem Verkauf von 30.000 € an einen Kunden mit Schweizer Karte kann der DCC-Aufschlag je nach Konditionen einen Zusatzerlös im dreistelligen Eurobereich bedeuten. Bei vielen kleineren internationalen Zahlungen summiert sich der Effekt über das Jahr.

Wichtig ist die Einordnung: DCC ist kein Hauptgeschäft, sondern ein Zusatzertrag, der ohne extra Aufwand entsteht, sobald ausländische Karten im Spiel sind.

Welche Regeln müssen Händler beachten?

DCC ist klar reguliert, und das ist auch im eigenen Interesse. Wer die Regeln einhält, baut Vertrauen auf, statt es zu verspielen.

  • Freie Wahl: Der Kunde muss selbst entscheiden können, ob er in Heimat- oder Landeswährung zahlt. Eine Vorauswahl ohne Zustimmung ist nicht zulässig.
  • Transparenz: Der angewendete Wechselkurs und der prozentuale Aufschlag gegenüber dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank müssen klar ausgewiesen werden.
  • Keine Beeinflussung: Die Anzeige darf den Kunden nicht durch Farben, Schriftgrößen oder Formulierungen in eine Richtung drängen.
  • Beleg: Die gewählte Währung und die Kosten erscheinen auf dem Zahlungsbeleg.

Für welche Händler lohnt sich DCC?

DCC entfaltet seinen Nutzen überall dort, wo regelmäßig Kunden mit ausländischen Karten zahlen:

  • Betriebe in grenznahen Regionen mit Kundschaft aus Nachbarländern
  • Hotels, Gastronomie und Tourismusbetriebe
  • Einzelhandel in Innenstädten und an Reisezielen
  • Hochpreisiger Handel mit internationalem Kundenstamm, etwa Fahrzeug- oder Schmuckhandel

Worauf Sie achten sollten

Der für den Kunden über DCC angebotene Kurs ist oft ungünstiger als der Kurs seines eigenen Kartenanbieters. Kommunizieren Sie DCC deshalb als das, was es ist: ein freiwilliger Service mit voller Wahlfreiheit. Eine faire, neutrale Darstellung sorgt dafür, dass Kunden sich gut beraten fühlen und der Zusatzerlös nicht zulasten der Zufriedenheit geht.

Häufige Fragen zu DCC

Dynamic Currency Conversion (DCC) ist die dynamische Währungsumrechnung am Bezahlterminal. Ausländische Kunden sehen den Betrag in ihrer Heimatwährung und können wählen, ob sie in dieser oder in der Landeswährung zahlen.
Der bei DCC angebotene Wechselkurs enthält einen Aufschlag aus Umrechnungsgebühr und Marge. Ein Teil dieses Aufschlags wird dem Händler als Vergütung gutgeschrieben. So entsteht pro internationaler Transaktion ein Zusatzerlös.
Ja. Der Kunde muss am Terminal frei wählen können, ob er in seiner Heimatwährung oder in der Landeswährung zahlt. Eine Beeinflussung der Auswahl ist nicht erlaubt.
Der angewendete Wechselkurs und der prozentuale Aufschlag gegenüber dem Referenzkurs der Europäischen Zentralbank müssen klar und deutlich auf Display und Beleg ausgewiesen werden.
Vor allem für Betriebe mit regelmäßiger Kundschaft aus dem Ausland: grenznahe Geschäfte, Hotels und Gastronomie, Tourismus sowie hochpreisiger Handel mit internationalem Kundenstamm.

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Inhaltsverzeichnis
Martin Damaszek
Autor
Martin Damaszek
Gründer & Geschäftsführer · Future Payments GmbH
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