Aktualisiert: April 2026 · Lesezeit: 14 Min.
Kartenzahlung ist für viele Händler längst keine Kür mehr, sondern Pflicht. Doch was genau kostet es, wenn ein Kunde mit Girocard, Visa, Mastercard oder American Express bezahlt? In diesem Ratgeber schlüsseln wir sämtliche Gebühren bei der Kartenzahlung transparent auf – von der Interchange Fee über Scheme Fees bis zur Terminal-Miete. Mit konkreten Beispielrechnungen für verschiedene Branchen und Tipps, wie Sie als Händler gezielt Kosten senken.
Schnelle Antwort: Die Kosten für Kartenzahlung setzen sich aus drei Bausteinen zusammen: Interchange Fee (geht an die kartenausgebende Bank), Scheme Fee (geht an Visa/Mastercard) und Acquirer-Gebühr (geht an Ihren Zahlungsdienstleister). Bei einer Girocard-Zahlung liegen die Gesamtkosten in der Regel bei 0,24–0,36 % des Umsatzes, bei einer Kreditkarte bei 0,85–1,50 %. Dazu kommen je nach Anbieter monatliche Fixkosten für Terminal-Miete, Gateway oder Servicegebühren.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
- Girocard: ab 0,24 % pro Transaktion – die günstigste Kartenzahlungsart
- Visa/Mastercard Debit: ca. 0,30–0,89 % – durch EU-Deckelung reguliert
- Visa/Mastercard Credit: ca. 0,85–1,50 % – EU-Deckel gilt nur für Consumer-Karten
- American Express: ca. 1,50–3,00 % – nicht reguliert, aber hohe Kaufkraft der Kunden
- Terminal-Miete: ab 12,50 €/Monat stationär, ab 16,00 €/Monat mobil (bei Future Payments)
- Versteckte Kosten beachten: Mindestgebühr, PCI-Gebühr, Stornopauschale, Vertragslaufzeiten
Wie setzen sich die Kosten der Kartenzahlung zusammen?
Wenn ein Kunde an Ihrem Terminal mit Karte bezahlt, fließt ein kleiner Prozentsatz des Umsatzes an verschiedene Beteiligte im Zahlungsnetzwerk. Viele Händler sehen am Monatsende nur eine Gesamtsumme auf der Abrechnung – doch hinter dieser Zahl stecken mehrere klar definierte Gebührenkomponenten.
Jede Kartenzahlung durchläuft eine Vier-Parteien-Kette: Der Karteninhaber (Ihr Kunde) bezahlt, die kartenausgebende Bank (Issuer) hat die Karte ausgegeben, das Kartennetzwerk (Visa, Mastercard oder Girocard) stellt die Infrastruktur bereit, und Ihr Zahlungsdienstleister (Acquirer) wickelt die Transaktion für Sie ab. Jede dieser Parteien erhält einen Anteil.
Die drei Gebührenbestandteile im Überblick:
| Gebührenart | Empfänger | Typischer Anteil | Reguliert? |
|---|---|---|---|
| Interchange Fee | Kartenausgebende Bank (Issuer) | 60–80 % der Gesamtgebühr | Ja (EU-Verordnung) |
| Scheme Fee | Kartennetzwerk (Visa, MC, Girocard) | 10–20 % der Gesamtgebühr | Nein |
| Acquirer-Gebühr (Service Fee) | Ihr Zahlungsdienstleister | 10–30 % der Gesamtgebühr | Nein – hier verhandeln Sie |
💡 Praxis-Tipp: Die Interchange Fee ist reguliert und für alle Anbieter gleich. Die Scheme Fee legt das Kartennetzwerk fest. Der einzige Hebel, den Sie als Händler wirklich haben, ist die Acquirer-Gebühr – also der Aufschlag Ihres Zahlungsdienstleisters. Genau hier lohnt sich der Vergleich.
Interchange Fee – die größte Einzelposition verständlich erklärt
Die Interchange Fee (auch Interbankenentgelt genannt) ist die Gebühr, die Ihr Zahlungsdienstleister an die Bank des Karteninhabers weiterleitet. Sie macht den mit Abstand größten Anteil an den Gesamtkosten einer Kartentransaktion aus.
Seit dem 9. Dezember 2015 gilt die EU-Verordnung 2015/751 (EU Interchange Fee Regulation, kurz IFR). Diese Verordnung deckelt die Interchange Fees für Kartenzahlungen von Verbrauchern innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums:
| Kartentyp | Interchange-Deckel (EU) | Hinweis |
|---|---|---|
| Debitkarte (Consumer) | max. 0,20 % | Gilt für Girocard, Visa Debit, MC Debit |
| Kreditkarte (Consumer) | max. 0,30 % | Gilt nur für private Verbraucher-Kreditkarten |
| Business- / Corporate Card | Nicht reguliert | Oft 1,50–2,50 % – Achtung bei B2B-Kunden |
| Nicht-EWR-Karte (Touristen) | Nicht reguliert | Oft 1,50–2,00 % – relevant in touristischen Regionen |
💡 Wichtig für Händler in Tourismusgebieten: Wenn Sie ein Restaurant, Hotel oder Geschäft in einer touristischen Region betreiben, können Karten von Nicht-EU-Touristen (USA, Asien, UK nach Brexit) deutlich höhere Interchange-Gebühren verursachen. Bei einem Flatrate-Modell übernimmt der Anbieter dieses Risiko – bei Interchange++ tragen Sie es selbst. Berücksichtigen Sie den Anteil internationaler Kunden bei der Wahl Ihres Preismodells.
Die EU-Regulierung hat die Kartenzahlung für Händler in den vergangenen zehn Jahren deutlich günstiger gemacht. Vor 2015 lagen die Interchange Fees für Kreditkarten in Deutschland bei bis zu 1,80 % – heute sind es maximal 0,30 % für regulierte Consumer-Karten. Das bedeutet: Die Gesamtkosten einer Kreditkartentransaktion sind in vielen Fällen um mehr als die Hälfte gesunken.
Gebühren nach Kartentyp: Was jede Kartenzahlung wirklich kostet
Je nachdem, welche Karte Ihr Kunde zückt, fallen unterschiedliche Gebühren an. Hier die typischen Gesamtkosten (Interchange + Scheme Fee + Acquirer-Gebühr) pro Transaktion in Deutschland:
| Kartentyp | Interchange | Scheme Fee | Acquirer-Aufschlag | Gesamt (typisch) |
|---|---|---|---|---|
| Girocard | 0,20 % | ~0,01–0,02 % | 0,02–0,14 % | 0,24–0,36 % |
| Visa Debit / MC Debit (EU) | 0,20 % | ~0,04–0,08 % | 0,06–0,20 % | 0,30–0,48 % |
| Visa/MC Credit (Consumer, EU) | 0,30 % | ~0,05–0,10 % | 0,10–0,50 % | 0,85–1,50 % |
| Business / Corporate Card | 1,50–2,50 % | ~0,05–0,15 % | 0,10–0,50 % | 1,65–3,15 % |
| American Express | Geschlossenes Netzwerk – keine Trennung in Interchange/Scheme | 1,50–3,00 % | ||
| Nicht-EWR-Karte (z. B. US-Tourist) | 1,15–1,80 % | ~0,08–0,15 % | 0,10–0,50 % | 1,33–2,45 % |
Girocard – der Kostensieger für deutsche Händler
Mit durchschnittlich 0,24–0,36 % pro Transaktion ist die Girocard die günstigste Kartenart. Das liegt an zwei Faktoren: Das Girocard-System erhebt minimale Scheme Fees, und die Interchange ist durch die EU-Regulierung auf 0,20 % gedeckelt. Für einen Einzelhändler mit überwiegend deutscher Stammkundschaft ist die Girocard das wirtschaftlichste Zahlungsmittel nach Bargeld.
Visa Debit und Mastercard Debit – der neue Standard
Immer mehr Banken geben ihren Kunden Visa Debit oder Mastercard Debit statt einer klassischen Girocard. Für Händler bedeutet das: Diese Karten nutzen die internationale Visa/Mastercard-Infrastruktur und verursachen leicht höhere Scheme Fees als die Girocard. Allerdings unterliegt die Interchange ebenfalls dem EU-Deckel von 0,20 %. In der Summe liegen die Kosten bei 0,30–0,48 % – also nur geringfügig über der Girocard.
Kreditkarten – höhere Gebühren, aber wichtig für bestimmte Branchen
Regulierte Consumer-Kreditkarten kosten Sie als Händler ca. 0,85–1,50 % pro Transaktion. Das ist deutlich mehr als bei Debitkarten, hat aber einen konkreten Grund: Die kartenausgebende Bank stellt dem Kunden einen Kreditrahmen zur Verfügung und trägt das Ausfallrisiko. Diese Risikoübernahme wird über die höhere Interchange Fee finanziert.
Für Branchen wie Hotellerie, Gastronomie oder Reisebüros ist die Kreditkartenakzeptanz dennoch unverzichtbar. Viele Kunden – insbesondere internationale Gäste – zahlen bevorzugt oder ausschließlich mit Kreditkarte. Der höhere Gebührensatz wird durch den zusätzlichen Umsatz mehr als kompensiert.
American Express – eine Sonderstellung
American Express (Amex) ist ein sogenanntes Drei-Parteien-Netzwerk: Amex ist gleichzeitig Kartennetzwerk und Issuer. Die Gebühren sind nicht durch die EU-Interchange-Verordnung reguliert und liegen typischerweise bei 1,50–3,00 %. Im Gegenzug argumentiert Amex mit einer überdurchschnittlich kaufkräftigen Kundschaft und höheren durchschnittlichen Transaktionsbeträgen.
💡 Unser Rat: Prüfen Sie Ihre Kartenakzeptanz-Abrechnung genau. Viele Anbieter listen die Kosten nicht nach Kartentyp auf. Bei Future Payments erhalten Sie eine transparente Aufschlüsselung – so sehen Sie exakt, welche Kartentypen wie viel kosten, und können Ihre Akzeptanzstrategie optimieren.
Fixkosten: Terminal-Miete, Gateway und monatliche Grundgebühren
Neben den transaktionsabhängigen Gebühren fallen bei den meisten Anbietern auch Fixkosten an. Diese monatlichen Positionen entstehen unabhängig davon, wie viele Kartenzahlungen Sie tatsächlich abwickeln – und können gerade für kleinere Händler einen relevanten Kostenblock darstellen.
| Kostenposition | Typische Spanne (Markt) | Bei Future Payments |
|---|---|---|
| Terminal-Miete stationär | 10–30 €/Monat | ab 12,50 €/Monat |
| Terminal-Miete mobil | 15–40 €/Monat | ab 16,00 €/Monat |
| Einrichtungsgebühr | 0–100 € | 0,00 € |
| PCI-DSS-Gebühr | 5–15 €/Monat | Enthalten |
| Gateway-/Servicegebühr | 0–10 €/Monat | Enthalten |
| SIM-Karte (mobiles Terminal) | 2–5 €/Monat | Enthalten |
| Lieferung und Aktivierung | 0–50 € | Kostenlos (48h-Lieferung) |
Die monatlichen Fixkosten liegen bei Future Payments je nach Terminal-Typ zwischen 12,50 € und 16,00 € – ohne versteckte Zusatzgebühren für PCI-Compliance, Gateway oder SIM-Karte. Zum Vergleich: Bei manchen Anbietern summieren sich diese Nebenkosten auf 20–30 € monatlich zusätzlich zur Terminal-Miete.
💡 Kauf vs. Miete: Einige Anbieter verkaufen Terminals ab 200–500 € zum Einmalpreis. Das rechnet sich nur bei langer Nutzungsdauer und wenn Sie den technischen Support selbst übernehmen können. Bei einem Mietmodell erhalten Sie regelmäßig aktuelle Hardware, Software-Updates und vollen Support inklusive. Für die meisten Händler ist die Miete die flexiblere und risikoärmere Variante. Mehr dazu: EC-Kartenlesegerät Kosten im Vergleich
Beispielrechnungen nach Branche – was zahlen Sie wirklich?
Theoretische Prozentsätze sind hilfreich – aber was bedeuten sie konkret für Ihr Geschäft? Hier zeigen wir drei typische Szenarien mit realistischen Kartenmixen und Transaktionsvolumina.
Beispiel 1: Bäckerei / Café (kleiner Einzelhandel)
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Monatlicher Kartenumsatz | 3.000 € |
| Durchschnittlicher Bon | 8,50 € |
| Transaktionen/Monat | ~353 |
| Kartenmix | 85 % Girocard / 10 % Visa Debit / 5 % Kreditkarte |
| Variable Kosten (gewichtet) | ~0,30 % → 9,00 €/Monat |
| Terminal-Miete (stationär) | 12,50 €/Monat |
| Gesamtkosten/Monat | 21,50 € |
| Effektiver Gesamtanteil am Umsatz | 0,72 % |
Für eine Bäckerei oder ein Café mit überwiegend Girocard-Zahlungen und kleinen Beträgen liegen die Gesamtkosten bei rund 21,50 € monatlich. Das entspricht etwa dem Preis von 2–3 Kaffeespezialitäten pro Monat – die jedoch durch höheren Umsatz und weniger Bargeldhandling schnell kompensiert werden.
Beispiel 2: Einzelhandel / Boutique
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Monatlicher Kartenumsatz | 15.000 € |
| Durchschnittlicher Bon | 45,00 € |
| Transaktionen/Monat | ~333 |
| Kartenmix | 60 % Girocard / 20 % Visa/MC Debit / 15 % Kreditkarte / 5 % Amex |
| Variable Kosten (gewichtet) | ~0,52 % → 78,00 €/Monat |
| Terminal-Miete (stationär) | 12,50 €/Monat |
| Gesamtkosten/Monat | 90,50 € |
| Effektiver Gesamtanteil am Umsatz | 0,60 % |
Bei einem monatlichen Kartenumsatz von 15.000 € sinkt der effektive Gebührenanteil auf rund 0,60 % – weil die Fixkosten (Terminal-Miete) auf einen höheren Umsatz verteilt werden. Je mehr Kartenumsatz Sie erzielen, desto günstiger wird jede einzelne Transaktion in Relation.
Beispiel 3: Restaurant mit internationalem Publikum
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Monatlicher Kartenumsatz | 25.000 € |
| Durchschnittlicher Bon | 55,00 € |
| Transaktionen/Monat | ~455 |
| Kartenmix | 40 % Girocard / 15 % Visa/MC Debit / 25 % Kreditkarte (EU) / 10 % Nicht-EU-Karte / 10 % Amex |
| Variable Kosten (gewichtet) | ~0,78 % → 195,00 €/Monat |
| Terminal-Miete (2 × mobil) | 32,00 €/Monat |
| Gesamtkosten/Monat | 227,00 € |
| Effektiver Gesamtanteil am Umsatz | 0,91 % |
In einem Restaurant mit internationaler Kundschaft steigt der gewichtete Gebührensatz durch den höheren Anteil an Kreditkarten und Nicht-EU-Karten. Dennoch bleibt der effektive Kostenanteil unter 1 % des Kartenumsatzes – in einer Branche, in der Kunden ohne Kartenakzeptanz häufig weniger bestellen oder das Lokal gar nicht erst aufsuchen.
Versteckte Kosten und Gebührenfallen erkennen
Die größten Kostenunterschiede zwischen Anbietern liegen nicht in den offensichtlichen Transaktionsgebühren – sondern in den Nebenkosten, die erst auf der Abrechnung oder im Kleingedruckten sichtbar werden. Achten Sie besonders auf folgende Positionen:
Mindestgebühr pro Transaktion
Manche Anbieter erheben eine Mindestgebühr von z. B. 0,08–0,12 € pro Transaktion. Das klingt nach wenig, macht sich aber bei kleinen Beträgen bemerkbar: Bei einem Brötchenkauf für 2,50 € und einer Mindestgebühr von 0,10 € zahlen Sie effektiv 4,0 % – statt der beworbenen 0,24 %. Für Bäckereien, Kioske und andere Geschäfte mit niedrigem Durchschnittsbons ist dieser Punkt entscheidend.
PCI-DSS-Compliance-Gebühr
Der Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) schreibt vor, dass jeder Händler, der Kartenzahlungen akzeptiert, bestimmte Sicherheitsstandards einhalten muss. Einige Anbieter berechnen dafür eine separate monatliche Gebühr von 5–15 €. Bei Future Payments ist die PCI-Compliance in der Terminal-Miete enthalten.
Storno- und Rückbuchungsgebühren (Chargebacks)
Wenn ein Kunde eine Kartenzahlung über seine Bank rückbuchen lässt (Chargeback), entstehen Ihnen als Händler Kosten von typischerweise 15–50 € pro Fall – zusätzlich zum Verlust des Rechnungsbetrags. Eine niedrige Chargeback-Quote ist daher bares Geld wert. Moderne Terminals mit klaren Belegfunktionen und PIN-Verifizierung helfen, Chargebacks zu minimieren.
Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen
Einige Anbieter binden Händler an Vertragslaufzeiten von 24–60 Monaten mit automatischer Verlängerung. Eine vorzeitige Kündigung kann Restlaufzeitgebühren von mehreren hundert Euro nach sich ziehen. Achten Sie auf flexible Vertragsmodelle mit kurzen Laufzeiten oder monatlicher Kündbarkeit.
Nicht-Nutzungsgebühr
Manche Anbieter erheben eine Gebühr, wenn Sie in einem Monat weniger als eine bestimmte Anzahl Transaktionen oder einen Mindestumsatz abwickeln. Für saisonale Betriebe (Eisdiele, Weihnachtsmarktstand, Biergarten) kann das in den Wintermonaten zum Problem werden.
⚠️ Checkliste: Diese Punkte im Angebot prüfen
- Gibt es eine Mindestgebühr pro Transaktion? Wenn ja, wie hoch?
- Ist PCI-DSS-Compliance in der Miete enthalten oder separat?
- Wie lang ist die Vertragslaufzeit? Gibt es eine automatische Verlängerung?
- Fallen Kosten bei Nicht-Nutzung an?
- Wie hoch sind die Chargeback-Gebühren?
- Gibt es eine Einrichtungs- oder Aktivierungsgebühr?
- Sind Software-Updates und technischer Support inklusive?
Bargeld ist auch nicht kostenlos – die ehrliche Gegenrechnung
Viele Händler scheuen die Gebühren der Kartenzahlung und betrachten Bargeld als „kostenlosen" Zahlungsweg. Doch bei genauer Betrachtung hat Bargeld ebenfalls einen Preis – er ist nur weniger transparent, weil er nicht auf einer Monatsabrechnung erscheint.
Die versteckten Kosten des Bargeldes umfassen:
| Kostenposition | Geschätzte Kosten |
|---|---|
| Bankeinzahlung und Wechselgeldbestellung | 30–100 €/Monat (je nach Bank und Volumen) |
| Zeitaufwand Kassenzählung (15–30 Min./Tag) | 100–250 €/Monat (Personalkosten) |
| Schwund (Diebstahl, Zählfehler, Falschgeld) | 0,5–2,0 % des Bargeldumsatzes |
| Versicherung für Bargeldbestand | 10–30 €/Monat |
| Tresor und Sicherheitsausstattung | Einmalig 200–1.500 € + Wartung |
Verschiedene Studien – darunter Erhebungen der Deutschen Bundesbank und der EZB – beziffern die tatsächlichen Kosten der Bargeldhandhabung im Einzelhandel auf 0,50–1,30 % des Bargeldumsatzes. Damit liegt Bargeld in vielen Fällen auf einem ähnlichen oder sogar höheren Niveau als die Kartenzahlung per Girocard.
Hinzu kommt ein schwer bezifferbarer, aber realer Effekt: Studien zeigen, dass Kunden bei Kartenzahlung im Durchschnitt 20–30 % mehr ausgeben als bei Barzahlung. Der Grund liegt in der geringeren „Schmerzwahrnehmung" beim bargeldlosen Bezahlen. Für Händler bedeutet das: Die Kartenzahlung generiert nicht nur Kosten – sie steigert auch den Umsatz.
💡 Fazit der Gegenrechnung: Bargeld verursacht bei den meisten Händlern Kosten von 0,50–1,30 % – Girocard-Zahlungen liegen bei 0,24–0,36 %. Selbst Kreditkartenzahlungen mit 0,85–1,50 % bewegen sich in einem vergleichbaren Korridor, bieten aber den Vorteil automatischer Verbuchung und höherer durchschnittlicher Bons. Die Frage ist also nicht „Ist Kartenzahlung teuer?", sondern „Kann ich es mir leisten, auf Kartenzahlung zu verzichten?".
7 Hebel, mit denen Händler Kartenzahlungskosten senken
Die gute Nachricht: Sie sind den Gebühren nicht hilflos ausgeliefert. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre effektiven Kartenzahlungskosten spürbar reduzieren – ohne Einbußen bei Kundenfreundlichkeit oder Akzeptanzbreite.
1. Das passende Preismodell wählen
Der größte Hebel ist die Wahl des richtigen Preismodells (dazu mehr im nächsten Abschnitt). Für die meisten Händler in Deutschland, deren Kunden überwiegend mit Girocard und EU-Debitkarten zahlen, ist ein transparentes Interchange++-Modell günstiger als eine pauschale Flatrate.
2. Girocard-Akzeptanz priorisieren
Je höher der Girocard-Anteil an Ihrem Kartenmix, desto niedriger Ihre durchschnittlichen Gebühren. Manche Händler kommunizieren aktiv, dass Girocard bevorzugt wird – etwa durch einen kleinen Aufsteller am Terminal. Das ist erlaubt, solange keine Karte explizit abgelehnt wird.
3. Volumenrabatte verhandeln
Ab einem monatlichen Kartenumsatz von ca. 10.000–20.000 € lohnt sich das Gespräch mit dem Anbieter. Die Acquirer-Gebühr ist verhandelbar – und bei hohem Volumen sind Rabatte von 0,05–0,15 Prozentpunkten realistisch. Das summiert sich: Bei 20.000 € Umsatz spart ein Rabatt von 0,10 % bereits 20 € monatlich.
4. Terminal-Auswahl optimieren
Mieten Sie nur die Terminals, die Sie tatsächlich brauchen. Ein Friseursalon benötigt in der Regel ein stationäres Terminal am Empfang – kein teures mobiles Gerät. Ein Restaurant hingegen profitiert von mobilen Terminals am Tisch. Die richtige Wahl spart 3–20 € monatlich pro Gerät. Nutzen Sie unseren Terminal-Konfigurator, um das passende Gerät zu finden.
5. Vertragslaufzeit bewusst wählen
Flexible Verträge ohne lange Laufzeit ermöglichen Ihnen, auf bessere Angebote zu wechseln, wenn der Markt günstiger wird. Das Bewusstsein, dass Sie jederzeit wechseln können, stärkt auch Ihre Verhandlungsposition gegenüber dem aktuellen Anbieter.
6. Kontaktlose Zahlungen fördern
Kontaktlose Zahlungen (NFC) sind schneller als Chip-Transaktionen – durchschnittlich 12 Sekunden statt 25 Sekunden. Das spart keine Gebühren, aber Personalzeit: In einem Geschäft mit 200 Transaktionen pro Tag summiert sich der Zeitvorteil auf rund 45 Minuten täglich.
7. Abrechnungen regelmäßig prüfen
Überprüfen Sie Ihre monatliche Abrechnung auf Gebühren, die Sie nicht nachvollziehen können. Fragen Sie Ihren Anbieter nach einer Aufschlüsselung nach Kartentypen. Oft fallen erst bei genauer Prüfung Positionen auf, die sich einsparen lassen – etwa eine PCI-Gebühr, die schon längst in der Miete enthalten sein sollte.
Preismodelle im Vergleich: Flatrate vs. Interchange++
Zahlungsdienstleister bieten in Deutschland im Wesentlichen zwei Preismodelle an. Beide haben ihre Berechtigung – welches für Sie günstiger ist, hängt von Ihrem Kartenmix und Transaktionsvolumen ab.
Flatrate-Modell (Blended Rate)
Beim Flatrate-Modell zahlen Sie einen festen Prozentsatz pro Transaktion – egal ob Girocard, Visa Debit oder Kreditkarte. Der Anbieter kalkuliert intern einen Durchschnitts-Kartenmix und schlägt seine Marge auf. Typische Flatrate-Sätze liegen bei 0,89–1,69 % pro Transaktion.
Vorteil: Einfach und vorhersehbar. Sie wissen genau, was jede Transaktion kostet.
Nachteil: Sie zahlen für Girocard-Transaktionen deutlich mehr, als sie tatsächlich kosten. Bei einem hohen Girocard-Anteil (wie in den meisten deutschen Geschäften) subventionieren Sie damit de facto die Kreditkartentransaktionen.
Interchange++ (IC++)
Beim Interchange++-Modell werden Ihnen die tatsächlichen Kosten (Interchange + Scheme Fee) plus ein fester Acquirer-Aufschlag berechnet. Sie sehen auf Ihrer Abrechnung exakt, was jede Transaktion kostet – aufgeschlüsselt nach Kartentyp.
Vorteil: Maximale Transparenz und in der Regel günstiger, wenn Ihr Kartenmix zu 60 % oder mehr aus Girocard und EU-Debitkarten besteht.
Nachteil: Die monatliche Abrechnung ist komplexer. Bei hohem Kreditkarten- oder Nicht-EU-Kartenanteil können die Kosten höher ausfallen als bei einer Flatrate.
| Kriterium | Flatrate | Interchange++ |
|---|---|---|
| Transparenz | Einfach, ein Satz für alles | Vollständige Aufschlüsselung |
| Günstiger bei … | Hohem Kreditkarten-/Amex-Anteil | Hohem Girocard-/Debit-Anteil |
| Typische Branchen | Hotels, Online-Shops, Tourismus | Einzelhandel, Gastronomie, Arztpraxen |
| Risiko | Anbieter trägt das Risiko teurer Kartentypen | Händler trägt das Risiko, profitiert aber bei günstigem Mix |
| Girocard-Kosten | 0,89–1,69 % (teurer als nötig) | 0,24–0,36 % (tatsächliche Kosten) |
💡 Unsere Empfehlung: Für die meisten stationären Händler in Deutschland, bei denen Girocard und Visa/MC Debit den Kartenmix dominieren, ist das Interchange++-Modell die günstigere Wahl. Wir bei Future Payments beraten Sie gerne, welches Modell zu Ihrem Geschäft passt – basierend auf Ihrem tatsächlichen Kartenmix. Mehr zu unseren Gebühren →
Häufige Fragen zu Kartenzahlungskosten für Händler
Was kostet Kartenzahlung pro Transaktion?
Die Kosten hängen vom Kartentyp ab. Eine Girocard-Transaktion kostet in der Regel 0,24–0,36 % des Zahlungsbetrags. Visa- und Mastercard-Debitkarten liegen bei 0,30–0,48 %. Consumer-Kreditkarten kosten ca. 0,85–1,50 %, Business-Kreditkarten und American Express bis zu 3 %. Dazu kommen monatliche Fixkosten für die Terminal-Miete.
Wer zahlt die Gebühren bei Kartenzahlung – der Händler oder der Kunde?
In Deutschland zahlt grundsätzlich der Händler die Transaktionsgebühren. Die EU-Richtlinie verbietet es, Kartenzahlungsgebühren direkt an den Kunden weiterzugeben (sogenanntes Surcharging-Verbot gemäß EU-Richtlinie 2015/2366, PSD2). Der Karteninhaber trägt allenfalls eine Jahresgebühr für seine Kreditkarte, die er an seine eigene Bank zahlt – nicht an den Händler.
Gibt es einen Mindestbetrag für Kartenzahlung?
Rechtlich sind Sie nicht verpflichtet, jeden Betrag per Karte zu akzeptieren – Sie können also einen Mindestbetrag festlegen. Allerdings raten wir davon ab: Kunden erwarten heute, auch Kleinbeträge mit Karte zahlen zu können. Seit dem Anstieg kontaktloser Zahlungen sind Transaktionen unter 5 € alltäglich. Ein Mindestbetrag kann Kunden abschrecken und zum Konkurrenten treiben.
Was ist die Interchange Fee und warum ist sie reguliert?
Die Interchange Fee ist die Gebühr, die bei jeder Kartentransaktion an die kartenausgebende Bank fließt. Sie wurde 2015 durch die EU-Verordnung 2015/751 auf maximal 0,20 % für Debitkarten und 0,30 % für Kreditkarten (Consumer) gedeckelt. Ziel war es, die Kartenzahlungskosten für Händler in Europa zu senken und den Wettbewerb zu fördern. Business-Karten und Nicht-EU-Karten sind von dieser Regulierung ausgenommen.
Lohnt sich Kartenzahlung für kleine Beträge?
Ja, wenn Ihr Anbieter keine oder nur eine sehr niedrige Mindestgebühr pro Transaktion erhebt. Bei einem Girocard-Satz von 0,24 % kostet eine Zahlung über 5,00 € nur 0,012 € – also etwas mehr als ein Cent. Die Zeitersparnis beim Kassiervorgang (kein Wechselgeld zählen) überwiegt die Kosten bei Weitem. Achten Sie bei der Anbieterwahl auf den Verzicht auf Mindesttransaktionsgebühren.
Wie schnell erhalte ich das Geld aus Kartenzahlungen?
Das hängt vom Zahlungsdienstleister und der Kartenart ab. Bei Girocard-Zahlungen ist das Geld in der Regel am nächsten Werktag auf Ihrem Konto. Bei Kreditkartenzahlungen beträgt die Auszahlungsfrist meist 2–5 Werktage. Einige Anbieter bieten gegen Aufpreis eine Same-Day- oder Next-Day-Auszahlung für alle Kartentypen an.
Kann ich bestimmte Kartentypen ablehnen, um Kosten zu sparen?
Grundsätzlich ja – mit Einschränkungen. Sie können entscheiden, ob Sie beispielsweise American Express oder bestimmte Kreditkarten akzeptieren. Innerhalb der Visa- oder Mastercard-Akzeptanz müssen Sie jedoch alle Kartentypen des jeweiligen Netzwerks annehmen (Honour-All-Cards-Regel). In der Praxis empfehlen wir, eine möglichst breite Akzeptanz anzubieten: Jede abgelehnte Karte ist ein potenziell verlorener Umsatz.
Was kostet ein Kartenterminal pro Monat?
Die Terminal-Miete variiert je nach Gerätetyp. Stationäre Terminals beginnen bei etwa 10–15 €/Monat, mobile Terminals bei 15–20 €/Monat. Bei Future Payments erhalten Sie ein stationäres Terminal ab 12,50 €/Monat und ein mobiles Terminal ab 16,00 €/Monat – inklusive PCI-Compliance, Software-Updates und technischem Support. Einrichtungsgebühren fallen nicht an. Alle Details: Bezahlterminals im Überblick
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