Ratgeber · 6 Min. Lesezeit

Kontaktloses Bezahlen in Deutschland: Zahlen

Kontaktloses Bezahlen in Deutschland: Studienzahlen zeigen, wie verbreitet NFC-Zahlung inzwischen ist und warum Händler ohne sie spürbar Umsatz verlieren.

Fachlich verantwortlich: Martin Damaszek, Geschäftsführer · Payment-Experte seit 2003

Nahaufnahme: Eine Karte wird an das NFC-Feld eines Kartenterminals gehalten, daneben liegt ein Smartphone.
Kurz erklärt

98 % der Deutschen haben 2024 mindestens einmal kontaktlos bezahlt (Bitkom), 66 % nutzen NFC-Zahlungen regelmäßig (Postbank Digitalstudie 2024); 61,8 % des stationären Einzelhandelsumsatzes liefen über Karte (EHI Retail Institute, Stand 2024).

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Alles auf einen Blick – Die wichtigsten Fakten

  • 98 % der Deutschen haben in den letzten 12 Monaten mindestens einmal kontaktlos bezahlt (Bitkom)
  • 76 % der Verbraucher stört es, wenn kontaktloses Bezahlen nicht möglich ist
  • 69 % der Deutschen haben 2024 mit Karte, Smartphone oder Smartwatch kontaktlos bezahlt – 6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr (Mastercard)
  • 61,8 % des Umsatzes im stationären Einzelhandel erfolgt mittlerweile über Kartenzahlungen (EHI Retail Institute)
  • 40 % der Verbraucher haben bereits ein Geschäft verlassen, weil keine Kartenzahlung möglich war
  • 57 % der unter 40-Jährigen nutzen Mobile Payment, während es bei den Älteren nur 27 % sind (Börsenblatt)
  • 83 % der 16- bis 29-Jährigen haben im letzten Jahr mit Smartphone oder Smartwatch bezahlt
  • Tokenisierung und biometrische Authentifizierung machen kontaktloses Bezahlen noch sicherer
  • 88 % der Verbraucher:innen erwarten, dass Kartenzahlung überall möglich ist (Mastercard)

In den letzten Jahren hat sich das kontaktlose Bezahlen in Deutschland von einer Nischenanwendung zu einer weit verbreiteten Zahlungsmethode entwickelt. Aktuelle Studien aus dem Jahr 2024 belegen diesen Trend und zeigen, wie tief verankert kontaktlose Zahlungen mittlerweile im Alltag der Deutschen sind.

1. Verbreitung des kontaktlosen Bezahlens

Laut der Postbank Digitalstudie 2024 nutzen 66 % der Deutschen kontaktlose Zahlungsmethoden wie NFC-fähige Bank- oder Kreditkarten, Smartphones, Tablets oder Wearables. Bei den sogenannten "Digital Natives" (18–39 Jahre) liegt dieser Anteil sogar bei 81 %. (PostBank)

Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom haben 98 % der Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal kontaktlos mit Karte, Smartphone oder Smartwatch bezahlt. Zudem geben 76 % der Befragten an, dass es sie stört, wenn sie an der Kasse nicht kontaktlos zahlen können. (Bitkom)

Was das für den Verkaufsraum bedeutet, zeigt der Überblick zur Kartenzahlung für Händler.

2. Mobile Payment auf dem Vormarsch

Das Bezahlen mit mobilen Endgeräten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Laut der Postbank Digitalstudie 2024 ist die Nutzung von Mobile Payment um drei Prozentpunkte auf 36 % gestiegen. Besonders die jüngere Generation treibt diesen Trend voran: 57 % der unter 40-Jährigen nutzen Mobile Payment, während es bei den Älteren nur 27 % sind. (Börsenblatt)

Mastercard berichtet ebenfalls von einem Anstieg: 69 % der Befragten haben im Jahr 2024 kontaktlos mit Karte, Smartphone oder Smartwatch bezahlt, was einem Anstieg um 6 Prozentpunkte zum Vorjahr entspricht. Besonders bei den 18- bis 29-Jährigen ist Mobile Payment beliebt: Fast zwei Drittel (64 %) dieser Altersgruppe nutzen Mobiltelefon oder Smartwatch zum Bezahlen. (Mastercard)

3. Akzeptanz im Einzelhandel

Der Einzelhandel hat auf die steigende Nachfrage reagiert und bietet vermehrt kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten an. Eine Studie des EHI Retail Institute zeigt, dass die Kartenumsätze im stationären deutschen Einzelhandel im letzten Jahr 300 Mrd. Euro erreicht haben und damit 61,8 % des Gesamtumsatzes ausmachen. (EHI Retail Institute)

Zudem erwarten 88 % der Verbraucher:innen, dass Kartenzahlungen überall möglich sein sollten. 40 % der Befragten haben bereits ein Geschäft verlassen oder es gar nicht erst betreten, weil ausschließlich Bargeld akzeptiert wurde. (Mastercard)

Wie sich diese Erwartung in Erlöse übersetzt, zeigt der Ratgeber Umsatz steigern mit Kartenzahlung.

4. Sicherheit und Technologie

Die Sicherheit beim kontaktlosen Bezahlen hat sich kontinuierlich verbessert. Moderne Technologien wie die Tokenisierung ersetzen die Kartennummer durch einen pseudonymisierten Wert, den sogenannten Token, der ausschließlich mit dem spezifischen Smartphone eingesetzt werden kann. Zudem nutzen bereits 35 % der Deutschen biometrische Merkmale wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung zur Authentifizierung beim Bezahlen. (Mastercard)

5. Demografische Unterschiede

Zwischen den Altersgruppen gibt es beim kontaktlosen Bezahlen zwar deutliche Unterschiede, es hat sich aber auch bei den Älteren fest etabliert. 99 % der 16- bis 29-Jährigen haben in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal mit Karte, Smartphone oder Smartwatch kontaktlos bezahlt, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es mit 100 % praktisch alle, bei den 50- bis 64-Jährigen 98 % und selbst unter den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren bezahlt eine deutliche Mehrheit von 93 % kontaktlos. (Bitkom)

Schaut man nur auf die Bezahlvorgänge mit Smartphone oder Smartwatch, so sind es bei den 16- bis 29-Jährigen 83 %, bei den 30- bis 49-Jährigen 75 %, bei den 50- bis 64-Jährigen 68 % und bei den Älteren ab 65 Jahren sind es 18 %. (Bitkom)

Fazit

Kontaktloses Bezahlen hat sich 2024 endgültig als Standard in Deutschland etabliert. Die Mehrheit der Karteninhaber nutzt die NFC-Funktion regelmäßig, und auch das Bezahlen per Smartphone wird immer selbstverständlicher. Händler und Dienstleister, die diese Bezahloption nicht anbieten, riskieren Umsatzeinbußen und wirken im Vergleich zur Konkurrenz weniger modern.

Die Zahlen und Trends zeigen eindeutig: Kontaktlose Transaktionen werden auch in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Wer frühzeitig in entsprechende Infrastruktur investiert und seinen Kunden einfache, schnelle und sichere Bezahlmöglichkeiten bietet, wird davon langfristig profitieren – in Form von höheren Umsätzen, kürzeren Wartezeiten und zufriedeneren Kunden.

Konkrete Stellschrauben für schnellere NFC-Zahlungen an der Kasse finden Sie unter kontaktloses Bezahlen optimieren.

Häufige Fragen zu kontaktlosem Bezahlen

Ist kontaktloses Bezahlen in Deutschland sicher?

Ja: Moderne Terminals nutzen Tokenisierung, sodass statt der echten Kartennummer nur ein pseudonymisierter Token übertragen wird, und viele Nutzer sichern Zahlungen per Smartphone zusätzlich mit Fingerabdruck oder Gesichtserkennung ab. Diese Kombination macht kontaktloses Bezahlen mindestens so sicher wie die klassische Zahlung mit PIN.

Welche Bezahlmethoden gelten als kontaktloses Bezahlen?

Dazu zählen NFC-fähige Bank- und Kreditkarten, Smartphones mit Apple Pay oder Google Pay sowie Smartwatches und andere Wearables. Alle diese Methoden übertragen die Zahlungsdaten kabellos per NFC-Chip direkt am Terminal.

Warum sollten Händler kontaktloses Bezahlen anbieten?

Weil Kunden es zunehmend erwarten: 40 % der Verbraucher haben laut den oben genannten Studien bereits ein Geschäft verlassen, weil dort keine Kartenzahlung möglich war. Wer kontaktloses Bezahlen nicht anbietet, riskiert Umsatzeinbußen gegenüber Wettbewerbern, die auf ein passendes Kartenlesegerät setzen.

Ist Mobile Payment mit Smartphone oder Smartwatch genauso verbreitet wie Kartenzahlung?

Noch nicht ganz, aber der Abstand schrumpft: Während praktisch alle Deutschen mittlerweile mit Karte kontaktlos zahlen, nutzt laut den zitierten Studien schon rund ein Drittel regelmäßig Smartphone oder Smartwatch an der Kasse. Besonders bei jüngeren Altersgruppen liegt die Nutzung von Mobile Payment deutlich höher als im Bevölkerungsdurchschnitt.

Gibt es Altersunterschiede beim kontaktlosen Bezahlen?

Ja, aber sie sind kleiner als oft angenommen: Bei den 30- bis 49-Jährigen zahlen praktisch alle kontaktlos, und selbst bei den Über-65-Jährigen ist es laut Bitkom eine deutliche Mehrheit. Bei der reinen Smartphone- und Smartwatch-Nutzung ist der Unterschied zwischen den Generationen dagegen deutlich ausgeprägter.

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