Ratgeber · 22 Min. Lesezeit

Kartenzahlung Gebühren: Was Händler wirklich zahlen

Kartenzahlung Gebühren für Händler: Girocard ab 0,24 %, Kreditkarte 0,85 bis 1,50 %, dazu Fixkosten, Rechenbeispiele je Branche und Spartipps.

Fachlich verantwortlich: Martin Damaszek, Geschäftsführer · Payment-Experte seit 2003

Cafébesitzer prüft die Umsatzauswertung auf einem Tablet, daneben steht das Kartenterminal auf dem Tresen.
Kurz erklärt

Kartenzahlung kostet Händler 0,24 bis 0,36 % je girocard-Zahlung und 0,85 bis 1,50 % bei einer Consumer-Kreditkarte, dazu eine Terminalmiete ab 12,50 EUR im Monat; bei Future Payments sind es 0,24 %, 0,89 % und 1,5 % für American Express (Stand September 2026).

Kosten berechnen
Im Überblick

Kartenzahlung kostet Händler pro Transaktion 0,24 bis 0,36 % des Umsatzes bei der Girocard und 0,85 bis 1,50 % bei einer Consumer-Kreditkarte, dazu eine monatliche Terminal-Miete ab 12,50 € stationär bzw. ab 16,95 € mobil. Bei Future Payments sind es 0,24 % für die Girocard, 0,89 % für Visa und Mastercard und 1,5 % für American Express, ohne Einrichtungsgebühr; einmalig fallen 9,95 € Versand oder wahlweise 24,95 € für die Installation vor Ort an.

Diese Gesamtkosten setzen sich aus drei Bausteinen zusammen: Interchange Fee (geht an die kartenausgebende Bank), Scheme Fee (geht an Visa/Mastercard) und Acquirer-Gebühr (geht an Ihren Zahlungsdienstleister). Dieser Ratgeber schlüsselt jede Position auf: von der Interchange Fee über die Scheme Fee bis zur Terminal-Miete, mit Beispielrechnungen für verschiedene Branchen.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Girocard: ab 0,24 % pro Transaktion, die günstigste Kartenzahlungsart
  • Visa/Mastercard Debit: ca. 0,30 bis 0,89 %, durch EU-Deckelung reguliert
  • Visa/Mastercard Credit: ca. 0,85 bis 1,50 % (EU-Deckel gilt nur für Consumer-Karten)
  • American Express: rund 1,5 %, bei Future Payments 1,5 %, eigenes Netzwerk ohne Interchange-Deckel
  • Terminal-Miete: ab 12,50 €/Monat stationär, ab 16,95 €/Monat mobil (bei Future Payments), alle Modelle unter EC-Kartenlesegerät mieten
  • Versteckte Kosten beachten: Mindestgebühr, PCI-Gebühr, Stornopauschale, Vertragslaufzeiten

Wie setzen sich die Kosten der Kartenzahlung zusammen?

Wenn ein Kunde an Ihrem Terminal mit Karte bezahlt, fließt ein kleiner Prozentsatz des Umsatzes an verschiedene Beteiligte im Zahlungsnetzwerk. Viele Händler sehen am Monatsende nur eine Gesamtsumme auf der Abrechnung. Doch hinter dieser Zahl stecken mehrere klar definierte Gebührenkomponenten.

Jede Kartenzahlung durchläuft eine Vier-Parteien-Kette: Der Karteninhaber (Ihr Kunde) bezahlt, die kartenausgebende Bank (Issuer) hat die Karte ausgegeben, das Kartennetzwerk (Visa, Mastercard oder Girocard) stellt die Infrastruktur bereit, und Ihr Zahlungsdienstleister (Acquirer) wickelt die Transaktion für Sie ab. Jede dieser Parteien erhält einen Anteil.

Die drei Gebührenbestandteile im Überblick:

GebührenartEmpfängerReguliert?
Interchange FeeKartenausgebende Bank (Issuer)Ja, für Privatkarten gedeckelt (EU-Verordnung 2015/751)
Scheme FeeKartennetzwerk (Visa, Mastercard, girocard)Nein
Acquirer-Gebühr (Service Fee)Ihr ZahlungsdienstleisterNein, hier verhandeln Sie

Wie groß die Anteile sind, veröffentlichen die Netzwerke nicht. Die Interchange ist nicht immer der größte Posten: Nach Auswertung der EU-Kommission lagen die Scheme Fees, die Acquirer in Deutschland an Visa und Mastercard zahlen, über der regulierten Interchange (EU-Kommission, SWD(2020) 118).

💡 Praxis-Tipp: Die Interchange Fee ist reguliert und für alle Anbieter gleich. Die Scheme Fee legt das Kartennetzwerk fest. Der einzige Hebel, den Sie als Händler wirklich haben, ist die Acquirer-Gebühr, also der Aufschlag Ihres Zahlungsdienstleisters. Genau hier lohnt sich der Vergleich.

Interchange Fee: der regulierte Teil der Gebühr

Die Interchange Fee (Interbankenentgelt) ist die Gebühr, die Ihr Zahlungsdienstleister an die Bank des Karteninhabers weiterleitet. Seit dem 9. Dezember 2015 deckelt die EU-Verordnung 2015/751 sie für Privatkarten aus dem EWR: höchstens 0,20 % für Debitkarten, auch die girocard, und 0,30 % für Kreditkarten. Für Privatkarten von außerhalb des EWR gelten am Terminal dieselben Grenzen, weil Visa und Mastercard sie der EU-Kommission zugesagt haben, derzeit bis November 2029. Nicht gedeckelt sind Firmenkarten und American Express.

💡 Wichtig für Händler in Tourismusgebieten: Zahlungen mit Karten von außerhalb des EWR sind teurer, aber nicht wegen der Interchange, sondern wegen der höheren Netzwerkgebühren für grenzüberschreitende Zahlungen. Bei einem Pauschalmodell trägt der Anbieter dieses Risiko, bei Interchange++ tragen Sie es selbst.

Welche Deckel für welche Karte gelten, warum Firmenkarten die eigentliche Lücke sind und was Scheme Fees ausmachen, erklärt der Ratgeber Kreditkartengebühren für Händler mit allen Quellen.

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Gebühren nach Kartentyp: Was jede Kartenzahlung wirklich kostet

Je nachdem, welche Karte Ihr Kunde nutzt, fallen unterschiedliche Gebühren an. Die Sätze von Future Payments und die am Markt üblichen Spannen pro Transaktion in Deutschland:

KartentypBei Future PaymentsAm Markt üblichInterchange gedeckelt?
girocard0,24 %0,24 bis 0,36 %ja, höchstens 0,20 %
Visa Debit / Mastercard Debit (EWR)im Angebot ausgewiesen0,30 bis 0,48 %ja, höchstens 0,20 %
Visa / Mastercard Kreditkarte, privat (EWR)0,89 %0,85 bis 1,50 %ja, höchstens 0,30 %
Firmenkarte (Business, Corporate)Kartensatz plus 1,30 %Kartensatz plus 1,10 bis 1,99 %nein
Privatkarte von außerhalb des EWRim Angebot ausgewiesenKartensatz plus 1,20 bis 1,99 %am Terminal ja, wie im EWR
American Express1,5 %rund 1,5 %, je nach Branche mehrin der Regel nein

Die Marktspannen stammen von öffentlichen Preisseiten gängiger Anbieter, Stand September 2026.

Girocard: der Kostensieger für deutsche Händler

Mit 0,24 bis 0,36 % pro Transaktion ist die Girocard die günstigste Kartenart. Das liegt an zwei Faktoren: Die Interchange ist durch die EU-Regulierung auf 0,20 % gedeckelt, und das girocard-System hat laut EU-Kommission niedrige und stabile Netzwerkgebühren. Für einen Einzelhändler mit überwiegend deutscher Stammkundschaft ist die Girocard das wirtschaftlichste Zahlungsmittel nach Bargeld.

Visa Debit und Mastercard Debit: der neue Standard

Immer mehr Banken geben ihren Kunden Visa Debit oder Mastercard Debit statt einer klassischen Girocard. Diese Karten nutzen die internationale Visa- und Mastercard-Infrastruktur und verursachen höhere Scheme Fees als die Girocard. Die Interchange unterliegt aber ebenfalls dem EU-Deckel von 0,20 %. In der Summe liegen die Kosten am Markt bei 0,30 bis 0,48 %, also nur wenig über der Girocard.

Kreditkarten: höhere Gebühren, aber wichtig für bestimmte Branchen

Private Kreditkarten kosten Sie als Händler am Markt 0,85 bis 1,50 % pro Transaktion, bei Future Payments 0,89 %. Teurer werden Firmenkarten, deren Interchange nicht gedeckelt ist. Für Branchen wie Hotellerie, Gastronomie oder Reisebüros ist die Kreditkartenakzeptanz trotzdem unverzichtbar: Gäste aus dem Ausland und Geschäftsreisende zahlen bevorzugt oder ausschließlich mit Kreditkarte.

American Express: eine Sonderstellung

American Express ist ein Drei-Parteien-Netzwerk: Amex ist gleichzeitig Kartennetzwerk und Kartenherausgeber und rechnet mit einem einzigen Satz ab, bei Future Payments 1,5 %. Für Firmen- und Auslandskarten gibt es keinen Aufschlag, weshalb Amex bei Geschäftskunden oft günstiger ist als eine Visa-Firmenkarte. Den Vergleich rechnet der Ratgeber Amex Gebühren für Händler durch.

💡 Unser Rat: Prüfen Sie Ihre Abrechnung genau. Viele Anbieter listen die Kosten nicht nach Kartentyp auf. Bei Future Payments erhalten Sie eine transparente Aufschlüsselung: So sehen Sie exakt, welche Kartentypen wie viel kosten, und können Ihre Akzeptanzstrategie anpassen.

Kartenzahlung Gebühren bei Future Payments: die aktuellen Sätze

Die oben genannten Spannen sind Marktwerte. Bei Future Payments gelten diese Konditionen, ohne Kleingedrucktes:

GebührenartBetragErklärung
Girocard (EC-Karte)0,24 % vom UmsatzDie häufigste Kartenzahlung in Deutschland
Visa / Mastercard0,89 % vom UmsatzGilt auch für Apple Pay und Google Pay mit hinterlegter Kreditkarte
American Express1,5 % vom UmsatzPauschalsatz ohne Zusatzaufschläge
Firmenkarten (Commercial Cards)zzgl. 1,30 % auf den KartensatzAufschlag auf den jeweiligen Kartensatz, z. B. Visa-Firmenkarte 0,89 % + 1,30 %
Terminal-Miete stationärab 12,50 €/MonatInkl. Service, Software-Updates und Gerätetausch bei Defekt
Terminal-Miete mobilab 16,95 €/MonatMit WLAN und 4G/LTE für den mobilen Einsatz
Mindestgebühr pro Transaktion0,04 €Greift bei girocard unter 16,67 € Bonhöhe
Versand9,95 € einmaligVorkonfiguriert geliefert
Vor-Ort-Installation24,95 € einmaligOptional, auf Wunsch
Laufzeit24 MonateMonatlich kündbar gegen 5,00 € je Gerät und Monat

💡 Auf den Punkt: Bei 100 € Umsatz per Girocard zahlen Sie 0,24 € Gebühren: 24 Cent. Apple Pay und Google Pay sind dabei keine eigenen Zahlungsarten: Es gilt der Satz der Karte, die Ihr Kunde im Wallet hinterlegt hat.

Fixkosten neben den Transaktionsgebühren

Neben den transaktionsabhängigen Gebühren fallen monatliche Fixkosten an, vor allem die Miete für die Hardware sowie bei manchen Anbietern Zuschläge für PCI-Compliance, Gateway oder SIM-Karte. Bei Future Payments liegen diese Fixkosten je nach Gerätetyp zwischen 12,50 € und 16,95 € im Monat, PCI-Compliance und Gateway sind darin enthalten, eine SIM-Karte für den mobilen Einsatz kostet zzgl. 1,95 € im Monat. Eine Einrichtungsgebühr gibt es nicht.

Was ein Terminal im ersten Jahr und über die gesamte Laufzeit kostet und ob sich Miete oder Kauf rechnet, steht im Ratgeber Kartenlesegerät Kosten.

Ab wann lohnt sich ein Pauschaltarif nicht mehr?

Smartphone-Lesegeräte von Self-Service-Anbietern rechnen meist mit einem Pauschalsatz von rund 1,39 % für alle Karten und ohne Monatsgebühr ab. Das ist attraktiv, solange kaum Kartenumsatz zusammenkommt, kippt aber schnell, weil der Pauschalsatz auch auf günstige Girocard-Zahlungen anfällt.

Vergleich bei 2.000 € monatlichem Kartenumsatz (80 % Girocard, 20 % Kreditkarte):

  • Pauschalanbieter: 2.000 € × 1,39 % = 27,80 €/Monat
  • Future Payments: (1.600 € × 0,24 %) + (400 € × 0,89 %) + 12,50 € Miete = 19,90 €/Monat

Bei diesem Kartenmix ist schon ab rund 1.250 € Kartenumsatz pro Monat ein professionelles Terminal mit getrennten Girocard- und Kreditkartensätzen günstiger als ein Pauschaltarif, und Belegdrucker, Gerätetausch und persönlicher Support sind dabei eingeschlossen.

Unverbindliche Beispielrechnung auf Grundlage der genannten Annahmen, kein Angebot und keine Preiszusage. Verbindlich ist allein Ihr individuelles Angebot.

Wo genau der Umschlagpunkt zwischen Pauschale und Miete für Ihren Kartenmix liegt, rechnet der Kostencheck aus.

Beispielrechnungen nach Branche: Was zahlen Sie wirklich?

Theoretische Prozentsätze sind hilfreich, aber was bedeuten sie konkret für Ihr Geschäft? Hier zeigen wir drei typische Szenarien mit realistischen Kartenmixen und Transaktionsvolumina.

Beispiel 1: Bäckerei / Café (kleiner Einzelhandel)

KennzahlWert
Monatlicher Kartenumsatz3.000 €
Durchschnittlicher Bon8,50 €
Transaktionen/Monat~353
Kartenmix85 % Girocard / 15 % Visa und Mastercard (Debit und Kredit)
Variable Kosten16,01 €/Monat (girocard mit Mindestgebühr 0,04 € je Zahlung)
Terminal-Miete (stationär)12,50 €/Monat
Gesamtkosten/Monat28,51 €
Effektiver Gesamtanteil am Umsatz0,95 %

Für eine Bäckerei oder ein Café mit überwiegend Girocard-Zahlungen und kleinen Beträgen liegen die Gesamtkosten bei rund 28,50 € monatlich. Bei einem Bon von 8,50 € ergeben 0,24 % nur rund 0,02 € je girocard-Zahlung, deshalb greift die Mindestgebühr von 0,04 €; erst ab 16,67 € Bonhöhe zählt der Prozentsatz. Diese Kosten werden jedoch durch höheren Umsatz und weniger Bargeldhandling schnell kompensiert.

Beispiel 2: Einzelhandel / Boutique

KennzahlWert
Monatlicher Kartenumsatz15.000 €
Durchschnittlicher Bon45,00 €
Transaktionen/Monat~333
Kartenmix60 % Girocard / 20 % Visa/MC Debit / 15 % Kreditkarte / 5 % Amex
Variable Kosten (gewichtet)~0,53 % → 79,50 €/Monat
Terminal-Miete (stationär)12,50 €/Monat
Gesamtkosten/Monat92,00 €
Effektiver Gesamtanteil am Umsatz0,61 %

Bei einem monatlichen Kartenumsatz von 15.000 € sinkt der effektive Gebührenanteil auf rund 0,61 %, weil die Fixkosten (Terminal-Miete) auf einen höheren Umsatz verteilt werden. Je mehr Kartenumsatz Sie erzielen, desto günstiger wird jede einzelne Transaktion in Relation.

Beispiel 3: Restaurant mit internationalem Publikum

KennzahlWert
Monatlicher Kartenumsatz25.000 €
Durchschnittlicher Bon55,00 €
Transaktionen/Monat~455
Kartenmix40 % Girocard / 50 % Visa und Mastercard (Debit und Kredit) / 10 % Amex
Variable Kosten (gewichtet)~0,69 % → 172,75 €/Monat
Terminal-Miete (2 × mobil)33,90 €/Monat
Gesamtkosten/Monat206,65 €
Effektiver Gesamtanteil am Umsatz0,83 %

In einem Restaurant mit internationaler Kundschaft steigt der gewichtete Gebührensatz durch den höheren Anteil an Kreditkarten und American Express. Karten von außerhalb des EWR sind in dieser Rechnung nicht gesondert angesetzt; für sie gelten eigene Sätze, die im individuellen Angebot stehen. Dennoch bleibt der effektive Kostenanteil unter 1 % des Kartenumsatzes, in einer Branche, in der Kunden ohne Kartenakzeptanz häufig weniger bestellen oder das Lokal gar nicht erst aufsuchen.

Unverbindliche Beispielrechnung auf Grundlage der genannten Annahmen, kein Angebot und keine Preiszusage. Verbindlich ist allein Ihr individuelles Angebot.

Versteckte Kosten und Gebührenfallen erkennen

Die größten Kostenunterschiede zwischen Anbietern liegen nicht in den offensichtlichen Transaktionsgebühren, sondern in den Nebenkosten, die erst auf der Abrechnung oder im Kleingedruckten sichtbar werden. Achten Sie besonders auf folgende Positionen:

Mindestgebühr pro Transaktion

Manche Anbieter erheben eine Mindestgebühr von z. B. 0,08 bis 0,12 € pro Transaktion. Das klingt nach wenig, macht sich aber bei kleinen Beträgen bemerkbar: Bei einem Brötchenkauf für 2,50 € und einer Mindestgebühr von 0,10 € zahlen Sie effektiv 4,0 %, statt der beworbenen 0,24 %. Für Bäckereien, Kioske und andere Geschäfte mit niedrigem Durchschnittsbons ist dieser Punkt entscheidend.

PCI-DSS-Compliance-Gebühr

Der Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) schreibt vor, dass jeder Händler, der Kartenzahlungen akzeptiert, bestimmte Sicherheitsstandards einhalten muss. Einige Anbieter berechnen dafür eine separate monatliche Gebühr von 5 bis 15 €. Bei Future Payments ist die PCI-Compliance in der Terminal-Miete enthalten.

Storno- und Rückbuchungsgebühren (Chargebacks)

Wenn ein Kunde eine Kartenzahlung über seine Bank rückbuchen lässt (Chargeback), entstehen Ihnen als Händler Kosten von typischerweise 15 bis 50 € pro Fall, zusätzlich zum Verlust des Rechnungsbetrags. Eine niedrige Chargeback-Quote ist daher bares Geld wert. Moderne Terminals mit klaren Belegfunktionen und PIN-Verifizierung helfen, Chargebacks zu minimieren.

Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen

Einige Anbieter binden Händler an Vertragslaufzeiten von 24 bis 60 Monaten mit automatischer Verlängerung. Eine vorzeitige Kündigung kann Restlaufzeitgebühren von mehreren hundert Euro nach sich ziehen. Achten Sie auf flexible Vertragsmodelle mit kurzen Laufzeiten oder monatlicher Kündbarkeit.

Nicht-Nutzungsgebühr

Manche Anbieter erheben eine Gebühr, wenn Sie in einem Monat weniger als eine bestimmte Anzahl Transaktionen oder einen Mindestumsatz abwickeln. Für saisonale Betriebe (Eisdiele, Weihnachtsmarktstand, Biergarten) kann das in den Wintermonaten zum Problem werden.

⚠️ Checkliste: Diese Punkte im Angebot prüfen

  • Gibt es eine Mindestgebühr pro Transaktion? Wenn ja, wie hoch?
  • Ist PCI-DSS-Compliance in der Miete enthalten oder separat?
  • Wie lang ist die Vertragslaufzeit? Gibt es eine automatische Verlängerung?
  • Fallen Kosten bei Nicht-Nutzung an?
  • Wie hoch sind die Chargeback-Gebühren?
  • Gibt es eine Einrichtungs- oder Aktivierungsgebühr?
  • Sind Software-Updates und technischer Support inklusive?

Bargeld ist auch nicht kostenlos: die ehrliche Gegenrechnung

Viele Händler scheuen die Gebühren der Kartenzahlung und betrachten Bargeld als „kostenlosen" Zahlungsweg. Doch bei genauer Betrachtung hat Bargeld ebenfalls einen Preis, er ist nur weniger transparent, weil er nicht auf einer Monatsabrechnung erscheint.

Die versteckten Kosten des Bargeldes umfassen:

KostenpositionGeschätzte Kosten
Bankeinzahlung und Wechselgeldbestellung30 bis 100 €/Monat (je nach Bank und Volumen)
Zeitaufwand Kassenzählung (15 bis 30 Min./Tag)100 bis 250 €/Monat (Personalkosten)
Schwund (Diebstahl, Zählfehler, Falschgeld)0,5 bis 2,0 % des Bargeldumsatzes
Versicherung für Bargeldbestand10 bis 30 €/Monat
Tresor und SicherheitsausstattungEinmalig 200 bis 1.500 € + Wartung

Rechnet man Einzahlung, Zählzeit, Schwund und Sicherung zusammen, entsteht auch beim Bargeld ein spürbarer Kostenblock; er taucht nur nicht als Position auf einer Monatsabrechnung auf. Damit liegt Bargeld in vielen Fällen auf einem ähnlichen Niveau wie die Kartenzahlung per Girocard.

Hinzu kommt ein schwer bezifferbarer, aber realer Effekt: Wer Karten akzeptiert, verliert keine Kunden an der Kasse, die kein passendes Bargeld dabeihaben, und muss Kleinbeträge nicht ablehnen. Ein Vergleich beider Zahlungswege findet sich im Ratgeber Kartenzahlung vs. Barzahlung.

💡 Fazit der Gegenrechnung: Girocard-Zahlungen liegen bei 0,24 bis 0,36 % des Umsatzes. Bargeld ist nicht kostenlos, sondern verursacht Aufwand für Zählung, Einzahlung, Schwund und Sicherung. Selbst Kreditkartenzahlungen mit 0,85 bis 1,50 % bewegen sich in einem vergleichbaren Korridor, bieten aber den Vorteil automatischer Verbuchung und höherer durchschnittlicher Bons. Die Frage ist also nicht „Ist Kartenzahlung teuer?", sondern „Kann ich es mir leisten, auf Kartenzahlung zu verzichten?".

Welche Stellschrauben Händler bei den Kartenzahlungskosten haben

Die gute Nachricht: Sie sind den Gebühren nicht hilflos ausgeliefert. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre effektiven Kartenzahlungskosten spürbar reduzieren, ohne Einbußen bei Kundenfreundlichkeit oder Akzeptanzbreite.

Sieben Ansatzpunkte, die sich im Alltag bewährt haben. Die ausführliche Checkliste mit allen neun Hebeln steht im Ratgeber Kartenzahlung Gebühren senken.

1. Das passende Preismodell wählen

Der größte Hebel ist die Wahl des richtigen Preismodells (dazu mehr im nächsten Abschnitt). Für die meisten Händler in Deutschland, deren Kunden überwiegend mit Girocard und EU-Debitkarten zahlen, ist ein transparentes Interchange++-Modell günstiger als eine pauschale Flatrate.

2. Girocard-Akzeptanz priorisieren

Je höher der Girocard-Anteil an Ihrem Kartenmix, desto niedriger Ihre durchschnittlichen Gebühren. Manche Händler kommunizieren aktiv, dass Girocard bevorzugt wird, etwa durch einen kleinen Aufsteller am Terminal. Das ist erlaubt, solange keine Karte explizit abgelehnt wird.

3. Volumenrabatte verhandeln

Ab einem monatlichen Kartenumsatz von ca. 10.000 bis 20.000 € lohnt sich das Gespräch mit dem Anbieter. Die Acquirer-Gebühr ist verhandelbar, und bei hohem Volumen sind Rabatte von 0,05 bis 0,15 Prozentpunkten realistisch. Das summiert sich: Bei 20.000 € Umsatz spart ein Rabatt von 0,10 % bereits 20 € monatlich.

4. Nur die Geräte bezahlen, die Sie wirklich brauchen

Mieten Sie nur die Geräte, die Sie tatsächlich einsetzen. Ein Friseursalon kommt in der Regel mit einem stationären Gerät am Empfang aus, ein Restaurant profitiert von mobilen Geräten am Tisch. Was die einzelnen Varianten kosten, steht im Ratgeber Was ein EC-Kartenlesegerät kostet; den passenden Zuschnitt ermittelt der Kostencheck.

5. Vertragslaufzeit bewusst wählen

Flexible Verträge ohne lange Laufzeit ermöglichen Ihnen, auf bessere Angebote zu wechseln, wenn der Markt günstiger wird. Das Bewusstsein, dass Sie jederzeit wechseln können, stärkt auch Ihre Verhandlungsposition gegenüber dem aktuellen Anbieter.

6. Kontaktlose Zahlungen fördern

Kontaktlose Zahlungen (NFC) laufen schneller ab als Chip-und-PIN-Transaktionen, weil das Einstecken der Karte und meist auch die PIN-Eingabe entfallen. Das spart keine Gebühren, aber Personalzeit an der Kasse, gerade bei vielen kleinen Beträgen. Praxistipps dazu im Ratgeber Kontaktloses Bezahlen optimieren.

7. Abrechnungen regelmäßig prüfen

Überprüfen Sie Ihre monatliche Abrechnung auf Gebühren, die Sie nicht nachvollziehen können. Fragen Sie Ihren Anbieter nach einer Aufschlüsselung nach Kartentypen. Oft fallen erst bei genauer Prüfung Positionen auf, die sich einsparen lassen, etwa eine PCI-Gebühr, die schon längst in der Miete enthalten sein sollte.

Preismodelle im Vergleich: Flatrate vs. Interchange++

Zahlungsdienstleister bieten in Deutschland im Wesentlichen zwei Preismodelle an. Beide haben ihre Berechtigung. Welches für Sie günstiger ist, hängt von Ihrem Kartenmix und Transaktionsvolumen ab.

Flatrate-Modell (Blended Rate)

Beim Flatrate-Modell zahlen Sie einen festen Prozentsatz pro Transaktion, egal ob Girocard, Visa Debit oder Kreditkarte. Der Anbieter kalkuliert intern einen Durchschnitts-Kartenmix und schlägt seine Marge auf. Typische Flatrate-Sätze liegen bei 0,89 bis 1,69 % pro Transaktion.

Vorteil: Einfach und vorhersehbar. Sie wissen genau, was jede Transaktion kostet.

Nachteil: Sie zahlen für Girocard-Transaktionen deutlich mehr, als sie tatsächlich kosten. Bei einem hohen Girocard-Anteil (wie in den meisten deutschen Geschäften) subventionieren Sie damit de facto die Kreditkartentransaktionen.

Interchange++ (IC++)

Beim Interchange++-Modell werden Ihnen die tatsächlichen Kosten (Interchange + Scheme Fee) plus ein fester Acquirer-Aufschlag berechnet. Sie sehen auf Ihrer Abrechnung exakt, was jede Transaktion kostet, aufgeschlüsselt nach Kartentyp.

Vorteil: Maximale Transparenz und in der Regel günstiger, wenn Ihr Kartenmix zu 60 % oder mehr aus Girocard und EU-Debitkarten besteht.

Nachteil: Die monatliche Abrechnung ist komplexer. Bei hohem Kreditkarten- oder Nicht-EU-Kartenanteil können die Kosten höher ausfallen als bei einer Flatrate.

KriteriumFlatrateInterchange++
TransparenzEinfach, ein Satz für allesVollständige Aufschlüsselung
Günstiger bei …Hohem Kreditkarten-/Amex-AnteilHohem Girocard-/Debit-Anteil
Typische BranchenHotels, Online-Shops, TourismusEinzelhandel, Gastronomie, Arztpraxen
RisikoAnbieter trägt das Risiko teurer KartentypenHändler trägt das Risiko, profitiert aber bei günstigem Mix
Girocard-Kosten0,89 bis 1,69 % (teurer als nötig)0,24 bis 0,36 % (tatsächliche Kosten)

💡 Unsere Empfehlung: Für die meisten stationären Händler in Deutschland, bei denen Girocard und Visa/MC Debit den Kartenmix dominieren, ist das Interchange++-Modell die günstigere Wahl. Wir bei Future Payments beraten Sie gerne, welches Modell zu Ihrem Geschäft passt, basierend auf Ihrem tatsächlichen Kartenmix. Wie Sie den ausgehandelten Satz anschließend weiter drücken, zeigt der Ratgeber Kartenzahlung Gebühren senken.

Häufige Fragen zu Kartenzahlungskosten für Händler

Welche Gebühren fallen bei Kartenzahlungen an?

Die Kosten hängen vom Kartentyp ab. Eine Girocard-Transaktion kostet in der Regel 0,24 bis 0,36 % des Zahlungsbetrags. Visa- und Mastercard-Debitkarten liegen bei 0,30 bis 0,48 %. Consumer-Kreditkarten kosten ca. 0,85 bis 1,50 %, Business-Kreditkarten und American Express bis zu 3 %. Dazu kommen monatliche Fixkosten für die Terminal-Miete.

Was ist das Disagio bei Kartenzahlungen?

Das Disagio ist die prozentuale Gebühr, die der Händler bei jeder Kartenzahlung an seinen Zahlungsdienstleister zahlt. Es ist bei der Girocard am niedrigsten und bei Kredit-, Firmen- und Drittkarten höher; die genaue Höhe steht im Akzeptanzvertrag. Mehr dazu im Glossar unter Disagio.

Trägt der Händler oder der Kunde die Kartengebühren?

In Deutschland zahlt grundsätzlich der Händler die Transaktionsgebühren. Die EU-Richtlinie verbietet es, Kartenzahlungsgebühren direkt an den Kunden weiterzugeben (sogenanntes Surcharging-Verbot gemäß EU-Richtlinie 2015/2366, PSD2). Der Karteninhaber trägt allenfalls eine Jahresgebühr für seine Kreditkarte, die er an seine eigene Bank zahlt, nicht an den Händler. Ausführlich erklärt das der Ratgeber Wer zahlt Gebühren bei Kartenzahlung.

Gibt es einen Mindestbetrag für Kartenzahlung?

Rechtlich sind Sie nicht verpflichtet, jeden Betrag per Karte zu akzeptieren: Sie können also einen Mindestbetrag festlegen. Allerdings raten wir davon ab: Kunden erwarten heute, auch Kleinbeträge mit Karte zahlen zu können. Seit dem Anstieg kontaktloser Zahlungen sind Transaktionen unter 5 € alltäglich. Ein Mindestbetrag kann Kunden abschrecken und zum Konkurrenten treiben.

Was ist die Interchange Fee und warum ist sie reguliert?

Die Interchange Fee ist die Gebühr, die bei jeder Kartentransaktion an die kartenausgebende Bank fließt. Sie wurde 2015 durch die EU-Verordnung 2015/751 auf maximal 0,20 % für Debitkarten und 0,30 % für Kreditkarten (Consumer) gedeckelt. Ziel war es, die Kartenzahlungskosten für Händler in Europa zu senken und den Wettbewerb zu fördern. Firmenkarten sind ausgenommen. Für Privatkarten von außerhalb des EWR gelten am Terminal dieselben Grenzen aufgrund von Zusagen von Visa und Mastercard, derzeit bis November 2029.

Lohnt sich Kartenzahlung für kleine Beträge?

Ja, wenn Ihr Anbieter keine oder nur eine sehr niedrige Mindestgebühr pro Transaktion erhebt. Bei einem Girocard-Satz von 0,24 % kostet eine Zahlung über 5,00 € nur 0,012 €, also etwas mehr als ein Cent. Die Zeitersparnis beim Kassiervorgang (kein Wechselgeld zählen) überwiegt die Kosten bei Weitem. Achten Sie bei der Anbieterwahl auf den Verzicht auf Mindesttransaktionsgebühren.

Wie schnell erhalte ich das Geld aus Kartenzahlungen?

Das hängt vom Zahlungsdienstleister und der Kartenart ab. Bei Girocard-Zahlungen ist das Geld in der Regel am nächsten Werktag auf Ihrem Konto. Bei Kreditkartenzahlungen beträgt die Auszahlungsfrist meist 2 bis 5 Werktage. Einige Anbieter bieten gegen Aufpreis eine Same-Day- oder Next-Day-Auszahlung für alle Kartentypen an. Bei Future Payments kommen girocard-Umsätze am nächsten Banktag nach dem Kassenschnitt, Kreditkartenumsätze werden wöchentlich ausgezahlt, bei höheren Umsätzen auch täglich. Mehr dazu: Wann ist das Geld aus Kartenzahlungen auf dem Konto?.

Kann ich bestimmte Kartentypen ablehnen, um Kosten zu sparen?

Grundsätzlich ja, mit Einschränkungen. Sie können entscheiden, ob Sie beispielsweise American Express oder bestimmte Kreditkarten akzeptieren. Innerhalb der Visa- oder Mastercard-Akzeptanz müssen Sie jedoch alle Kartentypen des jeweiligen Netzwerks annehmen (Honour-All-Cards-Regel). In der Praxis empfehlen wir, eine möglichst breite Akzeptanz anzubieten: Jede abgelehnte Karte ist ein potenziell verlorener Umsatz.

Fallen neben den Transaktionsgebühren monatliche Fixkosten an?

Ja. Zu den prozentualen Gebühren kommt eine monatliche Miete für die Hardware, bei Future Payments ab 12,50 € stationär und ab 16,95 € mobil, inklusive PCI-Compliance, Software-Updates und technischem Support. Eine Einrichtungsgebühr gibt es nicht; einmalig fallen 9,95 € Versand oder wahlweise 24,95 € für die Installation vor Ort an. Alle Gerätepreise im Detail: Was ein EC-Kartenlesegerät kostet

Gibt es eine Mindestgebühr pro Transaktion?

Bei Future Payments gilt eine Mindestgebühr ab 0,04 € pro Transaktion. Sie greift bei allen Beträgen, bei denen 0,24 % weniger als 4 Cent ergeben würden, also bei girocard unterhalb von rund 16,67 €. Für Geschäfte mit einem Durchschnittsbon über 20 € spielt sie praktisch keine Rolle. Wichtig ist der Vergleich: Manche Anbieter setzen die Mindestgebühr bei 0,08 bis 0,12 € an, was Kleinbeträge spürbar verteuert.

Wie werden die Gebühren bei Kartenzahlung abgerechnet?

Das hängt von Anbieter und Kartenart ab. Bei Future Payments wird die Gebühr für Kreditkarten direkt mit der Auszahlung verrechnet, Sie erhalten den Umsatz abzüglich Disagio. Bei girocard zahlen wir den vollen Umsatz aus und rechnen die Gebühren gesammelt am Monatsende ab, zusammen mit der Terminalmiete. Sie erhalten eine Monatsabrechnung mit allen Transaktionen und Gebühren, bei Interchange++ zusätzlich aufgeschlüsselt nach Kartentyp.

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Quellen

Weiterführende Ratgeber zu allen Kostenthemen

  • Kartenlesegerät Kosten: Miete, Kauf und Praxisbeispiele
  • Kreditkartengebühren Händler: Interchange, Scheme Fee und Marge
  • Amex Gebühren für Händler: Vergleich mit Visa und Mastercard
  • Wer zahlt Gebühren bei Kartenzahlung: Händler oder Kunde
  • Kartenzahlung Gebühren senken: 9 Hebel für Händler

Ratgeber

Gebühren und Terminal-Kosten konkret prüfen lassen.