Payment-Glossar

Disagio: Definition bei Kartenzahlungen

Definition

Das Disagio ist die prozentuale Gebühr, die ein Händler bei jeder Kartenzahlung an seinen Zahlungsdienstleister abführt. Sie wird nicht separat in Rechnung gestellt, sondern direkt vom Kartenumsatz einbehalten: Auf dem Geschäftskonto landet der Betrag abzüglich Disagio. Im Fachjargon heißt dieselbe Größe auch „Merchant Service Charge“ oder schlicht Händlerentgelt.

Kurz erklärt

Das Disagio ist die prozentuale Gebühr, die ein Händler je Kartenzahlung an seinen Zahlungsdienstleister abführt. Sie wird direkt vom Umsatz einbehalten – bei Future Payments 0,24 Prozent für girocard und 0,89 Prozent für Visa und Mastercard.

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Wie das Disagio berechnet wird

Das Disagio ist ein Prozentsatz vom Transaktionsbetrag, nicht ein fester Betrag pro Zahlung. Bei Future Payments gelten:

KartenartDisagioBeispiel bei 50 Euro Umsatz
girocard0,24 %0,12 €
Visa / Mastercard0,89 %0,45 €
American Express1,5 %0,75 €
Firmenkarten (Commercial Cards)zzgl. 1,30 % auf den KartensatzVisa-Firmenkarte: 0,89 % + 1,30 %

Dazu kommt eine Mindestgebühr von 0,04 Euro je Transaktion. Sie greift nur bei sehr kleinen Beträgen: Unterhalb von rund 16,67 Euro ergäben 0,24 Prozent weniger als vier Cent. Für Betriebe mit einem Durchschnittsbon über 20 Euro spielt sie praktisch keine Rolle – für einen Kiosk mit Zwei-Euro-Käufen dagegen sehr wohl. Genau hier unterscheiden sich Anbieter deutlich: Manche setzen die Mindestgebühr bei 8 bis 12 Cent an.

Woraus sich das Disagio zusammensetzt

Der Satz ist kein frei gegriffener Preis, sondern die Summe aus drei Bausteinen: der gesetzlich gedeckelten Interchange an die Bank des Kunden, der Scheme Fee an das Kartensystem und der Marge des Acquirers. Nur der dritte Teil ist verhandelbar.

Die EU-Verordnung 2015/751 verlangt in Artikel 9 ausdrücklich, dass Acquirer dem Händler die Entgelte nach Kartenkategorie und Markenzeichen getrennt ausweisen – das sogenannte Entbündelungsgebot. Ein Anbieter, der nur eine Sammelzahl liefert, macht den Vergleich damit unnötig schwer. Was in einer sauberen Abrechnung stehen sollte, zeigt der Ratgeber Kartenzahlung Kosten für Händler.

Disagio ist nicht gleich Gesamtkosten

Ein häufiger Fehler beim Angebotsvergleich: nur auf den Disagio-Satz zu schauen. Die tatsächlichen Kosten einer Kartenakzeptanz bestehen aus mehreren Positionen.

  • Disagio je Transaktion, abhängig vom Kartenmix.
  • Terminalmiete: bei Future Payments ab 12,50 Euro im Monat für stationäre und ab 16,95 Euro für mobile Geräte.
  • Mindestgebühr je Transaktion.
  • Mögliche Zusatzposten anderer Anbieter: Mindestumsatz, Servicepauschalen, Rückbuchungsgebühren, Kosten für Papierbelege.

Praxisbezug: Eine Beispielrechnung

Ein Friseursalon macht 9.000 Euro Kartenumsatz im Monat, davon 75 Prozent girocard und 25 Prozent Visa oder Mastercard. Das ergibt: 6.750 Euro × 0,24 Prozent = 16,20 Euro, dazu 2.250 Euro × 0,89 Prozent = 20,03 Euro. Zusammen 36,23 Euro Disagio, plus 12,50 Euro Miete für ein stationäres Terminal – insgesamt rund 48,73 Euro im Monat oder 0,54 Prozent vom Kartenumsatz.

Unverbindliche Beispielrechnung auf Grundlage der genannten Annahmen – kein Angebot und keine Preiszusage. Verbindlich ist allein Ihr individuelles Angebot.

Wer den eigenen Satz prüfen möchte, ohne selbst zu rechnen, findet dafür den Gebührencheck. Wie sich ein laufender Vertrag nachverhandeln lässt, steht im Ratgeber Kartenzahlung Gebühren senken.

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Quellen

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