Payment-Glossar

Acquirer: Definition und Rolle im Zahlungsverkehr

Definition

Ein Acquirer ist der Zahlungsdienstleister auf der Händlerseite einer Kartenzahlung. Er schließt mit dem Betrieb den Akzeptanzvertrag, verarbeitet die eingereichten Kartenumsätze und schreibt den Betrag abzüglich der vereinbarten Gebühren auf dem Geschäftskonto gut. Die EU-Verordnung 2015/751 definiert das Acquiring als Dienst, bei dem Zahlungsvorgänge des Zahlungsempfängers angenommen und verarbeitet werden und der zu einem Geldtransfer an den Zahlungsempfänger führt.

Kurz erklärt

Ein Acquirer ist der Zahlungsdienstleister, der mit dem Händler den Akzeptanzvertrag schließt, Kartenzahlungen verarbeitet und den Umsatz abzüglich Gebühren auf dem Geschäftskonto gutschreibt.

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Was der Acquirer konkret tut

Der Acquirer ist die Gegenstelle zur Bank des Kunden. Vier Aufgaben stehen im Mittelpunkt:

  1. Akzeptanzvertrag: Er prüft den Betrieb, legt die akzeptierten Kartenmarken fest und vereinbart die Konditionen.
  2. Verarbeitung: Er nimmt die eingereichten Transaktionen entgegen und leitet sie über das Kartensystem an den Issuer weiter.
  3. Auszahlung: Er schreibt den Umsatz gut – bei girocard in der Regel am nächsten Banktag, bei Kreditkarten üblicherweise gebündelt.
  4. Risiko und Regelwerk: Er haftet gegenüber den Kartensystemen für den angeschlossenen Händler und wickelt Chargebacks ab.

Wie sich die Gebühr zusammensetzt

Was der Händler pro Zahlung zahlt, besteht aus drei Bausteinen: der Interchange an die kartenausgebende Bank, der Scheme Fee an Visa, Mastercard oder das girocard-System – und der Marge des Acquirers. Nur der dritte Baustein ist verhandelbar; die ersten beiden sind für alle Anbieter gleich.

Deshalb lohnt sich der Vergleich genau an dieser Stelle. Die vollständige Aufschlüsselung mit Rechenbeispielen steht im Ratgeber Kartenzahlung Kosten für Händler; wie sich ein bestehender Satz nachverhandeln lässt, zeigt Kartenzahlung Gebühren senken.

Bei Future Payments liegt der girocard-Satz bei 0,24 Prozent, Visa und Mastercard bei 0,89 Prozent, American Express bei 1,5 Prozent, jeweils mit einer Mindestgebühr von 0,04 Euro je Transaktion.

Acquirer, Issuer und Netzbetreiber unterscheiden

BeteiligterSteht auf der Seite vonVerdient an
Acquirerdem Händlerder Marge auf die Transaktionsgebühr
Issuerdem Karteninhaberder Interchange und Kartengebühren
Netzbetreiberder Technik im LadenTerminalmiete und Servicepauschalen

In Deutschland ist die Trennung zwischen Acquiring und Netzbetrieb historisch stärker ausgeprägt als in vielen anderen Ländern. Für Händler ist das im Alltag vor allem eine Support-Frage: Gerätefehler gehen an den Netzbetreiber, Abrechnungsfragen an den Acquirer.

Praxisbezug: Worauf es bei der Auswahl ankommt

Ein Restaurant mit 18.000 Euro Kartenumsatz im Monat und einem Mix aus 70 Prozent girocard und 30 Prozent Kreditkarte zahlt bei den genannten Sätzen rund 30 Euro girocard-Gebühren und rund 48 Euro Kreditkartengebühren – plus Terminalmiete. Ein halber Prozentpunkt Unterschied im Kreditkartensatz macht hier über ein Jahr mehrere Hundert Euro aus.

Wichtiger als der Lockpreis sind deshalb die Punkte, die selten im Angebot stehen: Mindestgebühr je Transaktion, Mindestumsatzklauseln, Vertragslaufzeit, Kosten für Rückbuchungen und Erreichbarkeit des Supports. Der Vergleich der Zahlungsdienstleister geht diese Punkte der Reihe nach durch.

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Quellen

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