Was der Acquirer konkret tut
Der Acquirer ist die Gegenstelle zur Bank des Kunden. Vier Aufgaben stehen im Mittelpunkt:
- Akzeptanzvertrag: Er prüft den Betrieb, legt die akzeptierten Kartenmarken fest und vereinbart die Konditionen.
- Verarbeitung: Er nimmt die eingereichten Transaktionen entgegen und leitet sie über das Kartensystem an den Issuer weiter.
- Auszahlung: Er schreibt den Umsatz gut – bei girocard in der Regel am nächsten Banktag, bei Kreditkarten üblicherweise gebündelt.
- Risiko und Regelwerk: Er haftet gegenüber den Kartensystemen für den angeschlossenen Händler und wickelt Chargebacks ab.
Wie sich die Gebühr zusammensetzt
Was der Händler pro Zahlung zahlt, besteht aus drei Bausteinen: der Interchange an die kartenausgebende Bank, der Scheme Fee an Visa, Mastercard oder das girocard-System – und der Marge des Acquirers. Nur der dritte Baustein ist verhandelbar; die ersten beiden sind für alle Anbieter gleich.
Deshalb lohnt sich der Vergleich genau an dieser Stelle. Die vollständige Aufschlüsselung mit Rechenbeispielen steht im Ratgeber Kartenzahlung Kosten für Händler; wie sich ein bestehender Satz nachverhandeln lässt, zeigt Kartenzahlung Gebühren senken.
Bei Future Payments liegt der girocard-Satz bei 0,24 Prozent, Visa und Mastercard bei 0,89 Prozent, American Express bei 1,5 Prozent, jeweils mit einer Mindestgebühr von 0,04 Euro je Transaktion.
Acquirer, Issuer und Netzbetreiber unterscheiden
| Beteiligter | Steht auf der Seite von | Verdient an |
|---|---|---|
| Acquirer | dem Händler | der Marge auf die Transaktionsgebühr |
| Issuer | dem Karteninhaber | der Interchange und Kartengebühren |
| Netzbetreiber | der Technik im Laden | Terminalmiete und Servicepauschalen |
In Deutschland ist die Trennung zwischen Acquiring und Netzbetrieb historisch stärker ausgeprägt als in vielen anderen Ländern. Für Händler ist das im Alltag vor allem eine Support-Frage: Gerätefehler gehen an den Netzbetreiber, Abrechnungsfragen an den Acquirer.
Praxisbezug: Worauf es bei der Auswahl ankommt
Ein Restaurant mit 18.000 Euro Kartenumsatz im Monat und einem Mix aus 70 Prozent girocard und 30 Prozent Kreditkarte zahlt bei den genannten Sätzen rund 30 Euro girocard-Gebühren und rund 48 Euro Kreditkartengebühren – plus Terminalmiete. Ein halber Prozentpunkt Unterschied im Kreditkartensatz macht hier über ein Jahr mehrere Hundert Euro aus.
Wichtiger als der Lockpreis sind deshalb die Punkte, die selten im Angebot stehen: Mindestgebühr je Transaktion, Mindestumsatzklauseln, Vertragslaufzeit, Kosten für Rückbuchungen und Erreichbarkeit des Supports. Der Vergleich der Zahlungsdienstleister geht diese Punkte der Reihe nach durch.
Weiterführende Artikel
Quellen
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2015/751 über Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge, Artikel 2 (Begriffsbestimmungen), abgerufen am 14. September 2026.
- Deutsche Bundesbank: Kartenzahlungen – Überwachung, abgerufen am 14. September 2026.

