Ratgeber · 8 Min. Lesezeit

Flatpay Erfahrungen: Modell, Kosten und Grenzen

Flatpay Erfahrungen sachlich: Flatrate 1,39 %, kostenloses Terminal, POS-Preise und ein Rechenbeispiel gegen getrennte Kartensätze. Stand September 2026.

Fachlich verantwortlich: Martin Damaszek, Geschäftsführer · Payment-Experte seit 2003

Verkäuferin reicht im Modegeschäft ein weißes Kartenterminal, der Kunde steckt seine Karte ein.
Kurz erklärt

Flatpay rechnet mit einer Flatrate: 1,39 % je Transaktion bis 200.000 EUR Kartenumsatz im Jahr, 0,99 % darüber, unabhängig vom Kartentyp. Das Zahlungsterminal kostet 0 EUR, die Kassensysteme 1.999 bzw. 2.999 EUR einmalig (flatpay.com, Stand September 2026).

Kosten prüfen
Im Überblick

Flatpay rechnet mit einer einheitlichen Transaktionsrate: 1,39 % pro Zahlung bei einem Kartenumsatz unter 200.000 € im Jahr und 0,99 % darüber, jeweils unabhängig vom Kartentyp. Das Zahlungsterminal kostet 0 €, eine monatliche Grundgebühr weist der Anbieter für das Terminal nicht aus. Genau darin liegt zugleich der Punkt, an dem sich das Modell für manche Betriebe nicht rechnet: Eine Flatrate behandelt die günstige girocard wie eine teure Kreditkarte.

Transparenz-Hinweis: Future Payments ist selbst Anbieter von EC-Terminals. Diese Seite ordnet ein und rechnet vor – mit Zahlen von der Website des jeweiligen Anbieters, Stand September 2026.

Auf dieser Seite stehen keine Kundenstimmen und keine Sternebewertungen. „Erfahrungen" heißt hier: das Modell, die Kosten, der Vertrag, der Support-Weg, und die Fragen, die uns Wechsler im Gebührencheck tatsächlich stellen. Alle Flatpay-Zahlen stammen von flatpay.com/de/preise sowie den Support- und Impressumsseiten des Anbieters, abgerufen am 9. September 2026.

Flatpay Kosten: was der Anbieter selbst veröffentlicht

ProduktTransaktionsrateEinmalige Kosten
Zahlungsterminal, unter 200.000 € Kartenumsatz im Jahr1,39 % pro Transaktion, unabhängig vom Kartentyp0 €
Zahlungsterminal, über 200.000 € Kartenumsatz im Jahr0,99 % pro Transaktion, alle Karten0 €
Basic POS (Kassensystem)1,79 % unter 200.000 €, 0,99 % darüber1.999 € Bereitstellungspreis
Premium POS (Kassensystem)1,79 % unter 200.000 €, 0,99 % darüber2.999 € Bereitstellungspreis

Quelle: flatpay.com/de/preise, Stand: September 2026. Für Unternehmen ab 200.000 € Kartenumsatz im Jahr legt Flatpay die Rate nach eigenen Angaben umsatzabhängig individuell fest.

Im Leistungsumfang nennt Flatpay auf derselben Seite 24/7-Support per E-Mail und Telefon, Zugang zum Händlerportal, Installation und Schulung vor Ort sowie tägliche Auszahlungen. Die Support-Nummer steht offen auf der Support-Seite: (+49) 30 25555555. Betreiber der deutschen Seite ist laut Impressum die Flatpay A.p.S. Germany, Sickingenstraße 70, 10553 Berlin.

Flatpay Erfahrungen: wie das Modell in der Praxis wirkt

Die Flatrate ist das eigentliche Produkt. Sie ersetzt eine Abrechnung, in der girocard, Debit- und Kreditkarten unterschiedlich teuer sind, durch einen einzigen Satz. Das hat einen echten Vorteil: Sie können Ihre Zahlungskosten aus dem Kartenumsatz ausrechnen, ohne die Kartenarten zu trennen. Wer schon einmal versucht hat, eine klassische Terminalabrechnung mit Interchange, Scheme Fees und Systemzuschlägen nachzuvollziehen, weiß, was das wert ist.

Der Preis dieser Einfachheit ist eine Mischkalkulation. In deutschen Ladengeschäften läuft der Großteil der Kartenumsätze über die girocard – je nach Branche 70 bis 85 %. Genau dieses Verfahren wird im klassischen Terminalvertrag am günstigsten abgerechnet. Eine Flatrate bewertet es wie eine Kreditkarte. Umgekehrt gilt: Betriebe mit hohem Kreditkarten-, Firmenkarten- oder Auslandsanteil profitieren von der Flatrate, weil sie dort den teuersten Posten deckelt.

Wo Händler bei Flatpay genauer hinschauen sollten

Alle folgenden Punkte stehen so auf der Flatpay-Website. Es sind keine Vorwürfe, sondern Stellen, an denen Sie Ihre eigene Situation prüfen sollten.

  • Die 200.000-€-Schwelle ist eine Jahresgröße. Umgerechnet sind das rund 16.667 € Kartenumsatz im Monat. Wer knapp darunter liegt, bleibt bei 1,39 % – der Sprung auf 0,99 % kommt nicht anteilig.
  • Der Kassensystem-Preis ist eine echte Investition. 1.999 € für Basic POS und 2.999 € für Premium POS sind einmalige Bereitstellungspreise; dazu steigt die Transaktionsrate auf 1,79 % unterhalb der Schwelle.
  • Eine Mindestvertragslaufzeit wird auf den öffentlichen Preis- und Rechtsseiten nicht genannt. Wir schreiben hier keine Zahl hin, die wir nicht belegen können – fragen Sie vor der Unterschrift ausdrücklich nach Laufzeit und Kündigungsfrist und lassen Sie sich beides schriftlich geben.
  • Der Kartenmix entscheidet über den Preis. Nicht der Anbieter ist teuer oder günstig, sondern die Kombination aus Flatrate und Ihrer Kartenverteilung.

Rechenbeispiel: Flatrate gegen getrennte Kartensätze

Angenommen werden 25 € Durchschnittsbon und ein Kartenmix aus 80 % girocard und 20 % Visa/Mastercard. Gegengerechnet werden die eigenen Konditionen von Future Payments: girocard 0,24 %, Visa/Mastercard 0,89 %, Mindestgebühr 0,04 € je Transaktion, stationäres Terminal ab 12,50 € im Monat, keine Einrichtungsgebühr. Bei 25 € Bonhöhe greift die Mindestgebühr nicht; bei girocard wirkt sie erst unterhalb von 16,67 €.

Kartenumsatz pro MonatFlatpay (1,39 % flat)Future Payments
1.000 €13,90 €16,20 €
2.000 €27,80 €19,90 €
5.000 €69,50 €31,00 €
10.000 €139,00 €49,50 €

Die Zeile für 5.000 € Schritt für Schritt: Bei Flatpay sind es 5.000 € × 1,39 % = 69,50 €, ohne Grundgebühr und ohne Terminalkosten. Bei Future Payments sind es 4.000 € girocard × 0,24 % = 9,60 €, dazu 1.000 € Kreditkarte × 0,89 % = 8,90 € und 12,50 € Terminalmiete, zusammen 31,00 €.

Der Umschlagpunkt liegt bei diesem Kartenmix bei rund 1.200 € Kartenumsatz im Monat: Unser gemischter Satz beträgt 0,37 %, die Differenz zu 1,39 % also 1,02 % – und die muss die Terminalmiete von 12,50 € erst einspielen. Unterhalb dieser Grenze ist Flatpay günstiger, wie die Zeile für 1.000 € zeigt.

Und andersherum gerechnet: Bei einem Mix aus 30 % girocard und 70 % Kreditkarte läge unser gemischter Satz bei 0,695 %, die Differenz also nur noch bei 0,695 % – der Umschlagpunkt verschöbe sich auf rund 1.800 €. Bei überwiegendem American-Express-Geschäft dreht sich das Bild vollends: 1,39 % einheitlich sind weniger als unsere 1,5 % für American Express.

Unverbindliche Beispielrechnung auf Grundlage der genannten Annahmen – kein Angebot und keine Preiszusage. Verbindlich ist allein Ihr individuelles Angebot.

Für wen passt was

Flatpay ist die bessere Wahl, wenn Sie eine Flatrate ausdrücklich wollen – weil Sie mit einer Zahl kalkulieren möchten statt mit vier. Das gilt besonders für Betriebe mit hohem Kreditkarten- oder Auslandsanteil, für Unternehmen, die die 200.000-€-Schwelle im Jahr überschreiten und dann bei 0,99 % landen, und für alle, die Wert auf Installation und Schulung vor Ort sowie einen 24/7 erreichbaren Support legen. Auch bei sehr geringem Kartenumsatz spricht die fehlende Grundgebühr für das Modell.

Getrennte Kartensätze sind die bessere Wahl, wenn der Großteil Ihrer Umsätze über die girocard läuft und Kartenzahlung zum Tagesgeschäft gehört. Ein girocard-Satz von 0,24 % gegenüber 1,39 % ist kein Feinschliff, sondern der Faktor fünf auf vier Fünftel Ihres Kartenumsatzes. Dazu kommen bei uns Austausch bei Defekt innerhalb von 48 Stunden, Sicherheitsupdates und Zertifizierungswechsel in der Miete und ein Ansprechpartner aus Hamburg. Der ehrliche Preis dafür ist die Bindung: Unsere Verträge laufen 24 Monate; monatlich kündbar geht gegen 5,00 € Aufschlag je Gerät und Monat – Flatpay nennt öffentlich keine Laufzeit.

Häufige Fragen zu Flatpay

Was kostet Flatpay pro Transaktion?

Laut der offiziellen Preisseite 1,39 % pro Transaktion beim Zahlungsterminal, solange der Kartenumsatz unter 200.000 € im Jahr liegt, und 0,99 % darüber. Der Satz gilt unabhängig vom Kartentyp. Für die Kassensysteme Basic POS und Premium POS nennt Flatpay 1,79 % unterhalb der Schwelle. Stand: September 2026.

Was kostet das Flatpay-Terminal?

Für das Zahlungsterminal weist Flatpay 0 € aus – das Gerät ist im Modell enthalten. Die Kassensysteme kosten einmalig 1.999 € für Basic POS und 2.999 € für Premium POS als Bereitstellungspreis. Eine monatliche Grundgebühr für das Zahlungsterminal nennt der Anbieter auf der Preisseite nicht.

Hat Flatpay eine Mindestvertragslaufzeit?

Auf den öffentlich zugänglichen Preis- und Rechtsseiten von flatpay.com steht dazu keine Angabe. Deshalb nennen wir hier auch keine Zahl. Fragen Sie vor der Unterschrift nach Laufzeit, Kündigungsfrist und den Bedingungen für die Rückgabe des Terminals – und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben. Das gilt bei jedem Anbieter, auch bei uns.

Für wen lohnt sich eine Flatrate wie bei Flatpay?

Für Betriebe mit hohem Kreditkarten-, Firmenkarten- oder Auslandsanteil, weil dort der teuerste Posten gedeckelt wird. Außerdem für alle, die Planungssicherheit über den letzten Zehntelprozentpunkt stellen. Wer dagegen überwiegend girocard kassiert, zahlt bei einer Flatrate den Kreditkartenpreis für das günstigste Zahlverfahren.

Wann ist ein klassisches EC-Terminal günstiger als Flatpay?

Bei einem Kartenmix aus 80 % girocard und 20 % Kreditkarte ab rund 1.200 € Kartenumsatz im Monat: Ab dort trägt der niedrigere girocard-Satz die monatliche Terminalmiete. Im Rechenbeispiel oben stehen bei 5.000 € Kartenumsatz 69,50 € gegen 31,00 €. Unterhalb dieser Grenze und bei kreditkartenlastigem Mix ist die Flatrate im Vorteil.

Unverbindliche Beispielrechnung auf Grundlage der genannten Annahmen – kein Angebot und keine Preiszusage. Verbindlich ist allein Ihr individuelles Angebot.

Wie schnell zahlt Flatpay aus?

Flatpay gibt auf der Preisseite tägliche Auszahlungen an. Ob und wie sich das auf Ihren Liquiditätsbedarf auswirkt, hängt vom Betrieb ab – bei stabilen Tagesumsätzen ist der Unterschied zu einer wöchentlichen Abrechnung überschaubar, bei knapper Kasse kann er relevant sein.

Ihre eigene Rechnung ergibt sich aus Ihrem Kartenmix, nicht aus einer Tabelle. Schicken Sie uns Ihre letzte Abrechnung, wir prüfen sie im Gebührencheck – und sagen Ihnen auch, wenn eine Flatrate für Sie die bessere Lösung ist. Welche Geräte für welchen Einsatzort infrage kommen, zeigt die Übersicht EC-Kartenlesegerät mieten.

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