Payment-Glossar

Kassenschnitt: Definition am EC-Terminal

Definition

Der Kassenschnitt ist der Vorgang, mit dem ein EC-Terminal alle seit dem letzten Schnitt gespeicherten Kartenzahlungen an den Netzbetreiber übergibt und anschließend den Umsatzspeicher leert. Er ist die Verarbeitungsfreigabe für die gesammelten Transaktionen – und für girocard - sowie Lastschriftzahlungen die Voraussetzung dafür, dass das Geld auf dem Geschäftskonto ankommt.

Kurz erklärt

Der Kassenschnitt ist der Vorgang, mit dem ein EC-Terminal alle seit dem letzten Schnitt gespeicherten Kartenzahlungen an den Netzbetreiber übergibt und den Umsatzspeicher leert. Ohne ihn werden girocard-Umsätze nicht ausgezahlt.

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Was beim Kassenschnitt passiert

Zwischen zwei Kassenschnitten speichert das Terminal jede autorisierte Zahlung lokal. Der Netzbetreiber PAYONE beschreibt den Ablauf so, dass das Gerät die Daten seit dem letzten Kassenschnitt sammelt, in einer Zahlungsverkehrsdatei ablegt und diese beim Schnitt an die Rechenzentren der beteiligten Banken übermittelt.

Danach ist der Speicher leer – und das hat Folgen. In der Bedienungsanleitung zum Ingenico Desk/3500 hält PAYONE fest, dass nach dem Kassenschnitt weder ein Belegduplikat noch ein Storno der eingereichten Zahlungen möglich ist. Wer eine Fehlbuchung korrigieren will, muss das also vorher tun.

Kassenschnitt und Kassenbericht sind nicht dasselbe

Der Kassenbericht liefert nur eine Zwischensumme, etwa beim Kassiererwechsel. Er löscht den Umsatzspeicher nicht und gibt nichts zur Verarbeitung frei. Ein Kassenbericht ersetzt den Kassenschnitt deshalb nie – ein Missverständnis, das regelmäßig zu fehlenden Gutschriften führt.

VorgangReicht Umsätze einLeert den Speicher
Kassenschnittjaja
Kassenberichtneinnein
Diagnoseneinnein

Warum ohne Kassenschnitt kein Geld kommt

Das Handbuch des Acquirers Elavon hält fest, dass ein Kassenschnitt zwingend erforderlich ist, damit girocard- und Lastschrift-Transaktionen weiterverarbeitet und ausgezahlt werden können. Für Kreditkarten gilt das ausdrücklich nicht: Deren Umsätze erscheinen auf dem Kassenschnittbeleg nur zur Information und werden auch ohne Schnitt verarbeitet.

Für Händler ist das die praktisch wichtigste Konsequenz. Fehlt eine Gutschrift, ist der häufigste Grund kein technischer Defekt und kein Problem beim Acquirer, sondern ein ausgebliebener Kassenschnitt.

Praxisbezug: Der Alltag an der Kasse

Eine Bäckerei mit drei Filialen macht abends den Kassenschnitt an jedem Terminal einzeln – vergisst ihn aber am Sonntag in der Filiale mit der kürzesten Schicht. Montag fehlen die Sonntagsumsätze auf dem Konto. Die Lösung ist unspektakulär: Der Kassenschnitt wird nachgeholt, die gespeicherten Zahlungen von Sonntag werden mit eingereicht. Ein Kassenschnitt bezieht sich nämlich nicht auf einen Kalendertag, sondern auf alles, was seit dem letzten Schnitt aufgelaufen ist.

Deshalb lohnt sich die Einrichtung eines automatischen Kassenschnitts zu einer festen Uhrzeit nach Ladenschluss. Die Tastenfolgen unterscheiden sich je Gerät; die vollständige Anleitung mit den modellabhängigen Schritten steht unter Kassenschnitt und Tagesabschluss am EC-Gerät. Kommt trotz durchgeführtem Schnitt keine Gutschrift, ist der nächste Schritt nicht ein zweiter Schnitt, sondern ein Anruf beim Netzbetreiber mit Terminal-ID und Belegdatum.

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Quellen

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