Ratgeber · 22 Min. Lesezeit

Was Kartenzahlung Händler wirklich kostet

Kartenzahlung Gebühren für Händler: Girocard ab 0,24 %, Kreditkarte 0,85 bis 1,50 %, dazu Fixkosten, Rechenbeispiele je Branche und Spartipps.

Fachlich verantwortlich: Martin Damaszek, Geschäftsführer · Payment-Experte seit 2003

Cafébesitzer prüft die Umsatzauswertung auf einem Tablet, daneben steht das Kartenterminal auf dem Tresen.
Kurz erklärt

Kartenzahlung kostet Händler 0,24 bis 0,36 % je girocard-Zahlung und 0,85 bis 1,50 % bei einer Consumer-Kreditkarte, dazu eine Terminalmiete ab 12,50 EUR im Monat; bei Future Payments sind es 0,24 %, 0,89 % und 1,5 % für American Express (Stand September 2026).

Kosten berechnen
Im Überblick

Kartenzahlung kostet Händler pro Transaktion 0,24 bis 0,36 % des Umsatzes bei der Girocard und 0,85 bis 1,50 % bei einer Consumer-Kreditkarte, dazu eine monatliche Terminal-Miete ab 12,50 € stationär bzw. ab 16,95 € mobil. Bei Future Payments sind es 0,24 % für die Girocard, 0,89 % für Visa und Mastercard und 1,5 % für American Express, ohne Einrichtungsgebühr und ohne Mindestumsatz; einmalig fallen 9,95 € Versand oder wahlweise 24,95 € für die Installation vor Ort an.

Diese Gesamtkosten setzen sich aus drei Bausteinen zusammen: Interchange Fee (geht an die kartenausgebende Bank), Scheme Fee (geht an Visa/Mastercard) und Acquirer-Gebühr (geht an Ihren Zahlungsdienstleister). Dieser Ratgeber schlüsselt jede Position auf: von der Interchange Fee über die Scheme Fee bis zur Terminal-Miete, mit Beispielrechnungen für verschiedene Branchen.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Girocard: ab 0,24 % pro Transaktion, die günstigste Kartenzahlungsart
  • Visa/Mastercard Debit: ca. 0,30 bis 0,89 %, durch EU-Deckelung reguliert
  • Visa/Mastercard Credit: ca. 0,85 bis 1,50 % (EU-Deckel gilt nur für Consumer-Karten)
  • American Express: ca. 1,50 bis 3,00 %, nicht reguliert, aber hohe Kaufkraft der Kunden
  • Terminal-Miete: ab 12,50 €/Monat stationär, ab 16,95 €/Monat mobil (bei Future Payments), alle Modelle unter EC-Kartenlesegerät mieten
  • Versteckte Kosten beachten: Mindestgebühr, PCI-Gebühr, Stornopauschale, Vertragslaufzeiten

Wie setzen sich die Kosten der Kartenzahlung zusammen?

Wenn ein Kunde an Ihrem Terminal mit Karte bezahlt, fließt ein kleiner Prozentsatz des Umsatzes an verschiedene Beteiligte im Zahlungsnetzwerk. Viele Händler sehen am Monatsende nur eine Gesamtsumme auf der Abrechnung. Doch hinter dieser Zahl stecken mehrere klar definierte Gebührenkomponenten.

Jede Kartenzahlung durchläuft eine Vier-Parteien-Kette: Der Karteninhaber (Ihr Kunde) bezahlt, die kartenausgebende Bank (Issuer) hat die Karte ausgegeben, das Kartennetzwerk (Visa, Mastercard oder Girocard) stellt die Infrastruktur bereit, und Ihr Zahlungsdienstleister (Acquirer) wickelt die Transaktion für Sie ab. Jede dieser Parteien erhält einen Anteil.

Die drei Gebührenbestandteile im Überblick:

GebührenartEmpfängerTypischer AnteilReguliert?
Interchange FeeKartenausgebende Bank (Issuer)60 bis 80 % der GesamtgebührJa (EU-Verordnung)
Scheme FeeKartennetzwerk (Visa, MC, Girocard)10 bis 20 % der GesamtgebührNein
Acquirer-Gebühr (Service Fee)Ihr Zahlungsdienstleister10 bis 30 % der GesamtgebührNein, hier verhandeln Sie

💡 Praxis-Tipp: Die Interchange Fee ist reguliert und für alle Anbieter gleich. Die Scheme Fee legt das Kartennetzwerk fest. Der einzige Hebel, den Sie als Händler wirklich haben, ist die Acquirer-Gebühr, also der Aufschlag Ihres Zahlungsdienstleisters. Genau hier lohnt sich der Vergleich.

Interchange Fee: die größte Einzelposition verständlich erklärt

Die Interchange Fee (auch Interbankenentgelt genannt) ist die Gebühr, die Ihr Zahlungsdienstleister an die Bank des Karteninhabers weiterleitet. Sie macht den mit Abstand größten Anteil an den Gesamtkosten einer Kartentransaktion aus.

Seit dem 9. Dezember 2015 gilt die EU-Verordnung 2015/751 (EU Interchange Fee Regulation, kurz IFR). Diese Verordnung deckelt die Interchange Fees für Kartenzahlungen von Verbrauchern innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums:

KartentypInterchange-Deckel (EU)Hinweis
Debitkarte (Consumer)max. 0,20 %Gilt für Girocard, Visa Debit, MC Debit
Kreditkarte (Consumer)max. 0,30 %Gilt nur für private Verbraucher-Kreditkarten
Business- / Corporate CardNicht reguliertOft 1,50 bis 2,50 %. Achtung bei B2B-Kunden
Nicht-EWR-Karte (Touristen)Nicht reguliertOft 1,50 bis 2,00 %, relevant in touristischen Regionen

💡 Wichtig für Händler in Tourismusgebieten: Wenn Sie ein Restaurant, Hotel oder Geschäft in einer touristischen Region betreiben, können Karten von Nicht-EU-Touristen (USA, Asien, UK nach Brexit) deutlich höhere Interchange-Gebühren verursachen. Bei einem Flatrate-Modell übernimmt der Anbieter dieses Risiko. Bei Interchange++ tragen Sie es selbst. Berücksichtigen Sie den Anteil internationaler Kunden bei der Wahl Ihres Preismodells.

Die EU-Regulierung hat die Kartenzahlung für Händler in den vergangenen zehn Jahren deutlich günstiger gemacht. Vor 2015 lagen die Interchange Fees für Kreditkarten in Deutschland bei bis zu 1,80 %. Heute sind es maximal 0,30 % für regulierte Consumer-Karten. Das bedeutet: Die Gesamtkosten einer Kreditkartentransaktion sind in vielen Fällen um mehr als die Hälfte gesunken.

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Gebühren nach Kartentyp: Was jede Kartenzahlung wirklich kostet

Je nachdem, welche Karte Ihr Kunde zückt, fallen unterschiedliche Gebühren an. Hier die typischen Gesamtkosten (Interchange + Scheme Fee + Acquirer-Gebühr) pro Transaktion in Deutschland:

KartentypInterchangeScheme FeeAcquirer-AufschlagGesamt (typisch)
Girocard0,20 %~0,01 bis 0,02 %0,02 bis 0,14 %0,24 bis 0,36 %
Visa Debit / MC Debit (EU)0,20 %~0,04 bis 0,08 %0,06 bis 0,20 %0,30 bis 0,48 %
Visa/MC Credit (Consumer, EU)0,30 %~0,05 bis 0,10 %0,10 bis 0,50 %0,85 bis 1,50 %
Business / Corporate Card1,50 bis 2,50 %~0,05 bis 0,15 %0,10 bis 0,50 %1,65 bis 3,15 %
American ExpressGeschlossenes Netzwerkkeine Trennungkeine Trennung1,50 bis 3,00 %
Nicht-EWR-Karte (z. B. US-Tourist)1,15 bis 1,80 %~0,08 bis 0,15 %0,10 bis 0,50 %1,33 bis 2,45 %

Girocard: der Kostensieger für deutsche Händler

Mit durchschnittlich 0,24 bis 0,36 % pro Transaktion ist die Girocard die günstigste Kartenart. Das liegt an zwei Faktoren: Das Girocard-System erhebt minimale Scheme Fees, und die Interchange ist durch die EU-Regulierung auf 0,20 % gedeckelt. Für einen Einzelhändler mit überwiegend deutscher Stammkundschaft ist die Girocard das wirtschaftlichste Zahlungsmittel nach Bargeld.

Visa Debit und Mastercard Debit: der neue Standard

Immer mehr Banken geben ihren Kunden Visa Debit oder Mastercard Debit statt einer klassischen Girocard. Für Händler bedeutet das: Diese Karten nutzen die internationale Visa/Mastercard-Infrastruktur und verursachen leicht höhere Scheme Fees als die Girocard. Allerdings unterliegt die Interchange ebenfalls dem EU-Deckel von 0,20 %. In der Summe liegen die Kosten bei 0,30 bis 0,48 %, also nur geringfügig über der Girocard.

Kreditkarten: höhere Gebühren, aber wichtig für bestimmte Branchen

Regulierte Consumer-Kreditkarten kosten Sie als Händler ca. 0,85 bis 1,50 % pro Transaktion. Das ist deutlich mehr als bei Debitkarten, hat aber einen konkreten Grund: Die kartenausgebende Bank stellt dem Kunden einen Kreditrahmen zur Verfügung und trägt das Ausfallrisiko. Diese Risikoübernahme wird über die höhere Interchange Fee finanziert.

Für Branchen wie Hotellerie, Gastronomie oder Reisebüros ist die Kreditkartenakzeptanz dennoch unverzichtbar. Viele Kunden, insbesondere internationale Gäste, zahlen bevorzugt oder ausschließlich mit Kreditkarte. Der höhere Gebührensatz wird durch den zusätzlichen Umsatz mehr als kompensiert.

American Express: eine Sonderstellung

American Express (Amex) ist ein sogenanntes Drei-Parteien-Netzwerk: Amex ist gleichzeitig Kartennetzwerk und Issuer. Die Gebühren sind nicht durch die EU-Interchange-Verordnung reguliert und liegen typischerweise bei 1,50 bis 3,00 %. Im Gegenzug argumentiert Amex mit einer überdurchschnittlich kaufkräftigen Kundschaft und höheren durchschnittlichen Transaktionsbeträgen.

💡 Unser Rat: Prüfen Sie Ihre Kartenakzeptanz-Abrechnung genau. Viele Anbieter listen die Kosten nicht nach Kartentyp auf. Bei Future Payments erhalten Sie eine transparente Aufschlüsselung: So sehen Sie exakt, welche Kartentypen wie viel kosten, und können Ihre Akzeptanzstrategie optimieren.

Kartenzahlung Gebühren bei Future Payments: die aktuellen Sätze

Die oben genannten Spannen sind Marktwerte. Bei Future Payments gelten diese Konditionen, ohne Kleingedrucktes:

GebührenartBetragErklärung
Girocard (EC-Karte)0,24 % vom UmsatzDie häufigste Kartenzahlung in Deutschland
Visa / Mastercard0,89 % vom UmsatzGilt auch für Apple Pay und Google Pay mit hinterlegter Kreditkarte
American Express1,5 % vom UmsatzPauschalsatz ohne Zusatzaufschläge
Firmenkarten (Commercial Cards)zzgl. 1,30 % auf den KartensatzAufschlag auf den jeweiligen Kartensatz, z. B. Visa-Firmenkarte 0,89 % + 1,30 %
Terminal-Miete stationärab 12,50 €/MonatInkl. Service, Software-Updates und Gerätetausch bei Defekt
Terminal-Miete mobilab 16,95 €/MonatMit WLAN und 4G/LTE für den mobilen Einsatz
Mindestgebühr pro Transaktion0,04 €Greift bei girocard unter 16,67 € Bonhöhe
Versand9,95 € einmaligVorkonfiguriert geliefert
Vor-Ort-Installation24,95 € einmaligOptional, auf Wunsch
Laufzeit24 MonateMonatlich kündbar gegen 5,00 € je Gerät und Monat
Monatliche Mindestgebühr0,00 €Kein Mindestumsatz erforderlich

💡 Auf den Punkt: Bei 100 € Umsatz per Girocard zahlen Sie 0,24 € Gebühren: 24 Cent. Apple Pay und Google Pay sind dabei keine eigenen Zahlungsarten: Es gilt der Satz der Karte, die Ihr Kunde im Wallet hinterlegt hat.

Fixkosten neben den Transaktionsgebühren

Neben den transaktionsabhängigen Gebühren fallen monatliche Fixkosten an, vor allem die Miete für die Hardware sowie bei manchen Anbietern Zuschläge für PCI-Compliance, Gateway oder SIM-Karte. Bei Future Payments liegen diese Fixkosten je nach Gerätetyp zwischen 12,50 € und 16,95 € im Monat, PCI-Compliance und Gateway sind darin enthalten, eine SIM-Karte für den mobilen Einsatz kostet zzgl. 1,95 € im Monat. Eine Einrichtungsgebühr gibt es nicht.

Was die einzelnen Geräte kosten und ob sich Miete oder Kauf rechnet, steht im Ratgeber EC-Terminal Kosten.

Ab wann lohnt sich ein Pauschaltarif nicht mehr?

Smartphone-Lesegeräte von Self-Service-Anbietern rechnen meist mit einem Pauschalsatz von rund 1,39 % für alle Karten und ohne Monatsgebühr ab. Das ist attraktiv, solange kaum Kartenumsatz zusammenkommt, kippt aber schnell, weil der Pauschalsatz auch auf günstige Girocard-Zahlungen anfällt.

Vergleich bei 2.000 € monatlichem Kartenumsatz (80 % Girocard, 20 % Kreditkarte):

  • Pauschalanbieter: 2.000 € × 1,39 % = 27,80 €/Monat
  • Future Payments: (1.600 € × 0,24 %) + (400 € × 0,89 %) + 12,50 € Miete = 19,90 €/Monat

Ab rund 1.500 € Kartenumsatz pro Monat ist ein professionelles Terminal mit getrennten Girocard- und Kreditkartensätzen günstiger als ein Pauschaltarif, und Belegdrucker, Gerätetausch und persönlicher Support sind dabei eingeschlossen.

Unverbindliche Beispielrechnung auf Grundlage der genannten Annahmen, kein Angebot und keine Preiszusage. Verbindlich ist allein Ihr individuelles Angebot.

Wo genau der Umschlagpunkt zwischen Pauschale und Miete für Ihren Kartenmix liegt, rechnet der Kostencheck aus.

Beispielrechnungen nach Branche: Was zahlen Sie wirklich?

Theoretische Prozentsätze sind hilfreich, aber was bedeuten sie konkret für Ihr Geschäft? Hier zeigen wir drei typische Szenarien mit realistischen Kartenmixen und Transaktionsvolumina.

Beispiel 1: Bäckerei / Café (kleiner Einzelhandel)

KennzahlWert
Monatlicher Kartenumsatz3.000 €
Durchschnittlicher Bon8,50 €
Transaktionen/Monat~353
Kartenmix85 % Girocard / 15 % Visa und Mastercard (Debit und Kredit)
Variable Kosten16,01 €/Monat (girocard mit Mindestgebühr 0,04 € je Zahlung)
Terminal-Miete (stationär)12,50 €/Monat
Gesamtkosten/Monat28,51 €
Effektiver Gesamtanteil am Umsatz0,95 %

Für eine Bäckerei oder ein Café mit überwiegend Girocard-Zahlungen und kleinen Beträgen liegen die Gesamtkosten bei rund 28,50 € monatlich. Bei einem Bon von 8,50 € ergeben 0,24 % nur rund 0,02 € je girocard-Zahlung, deshalb greift die Mindestgebühr von 0,04 €; erst ab 16,67 € Bonhöhe zählt der Prozentsatz. Diese Kosten werden jedoch durch höheren Umsatz und weniger Bargeldhandling schnell kompensiert.

Beispiel 2: Einzelhandel / Boutique

KennzahlWert
Monatlicher Kartenumsatz15.000 €
Durchschnittlicher Bon45,00 €
Transaktionen/Monat~333
Kartenmix60 % Girocard / 20 % Visa/MC Debit / 15 % Kreditkarte / 5 % Amex
Variable Kosten (gewichtet)~0,53 % → 79,50 €/Monat
Terminal-Miete (stationär)12,50 €/Monat
Gesamtkosten/Monat92,00 €
Effektiver Gesamtanteil am Umsatz0,61 %

Bei einem monatlichen Kartenumsatz von 15.000 € sinkt der effektive Gebührenanteil auf rund 0,61 %, weil die Fixkosten (Terminal-Miete) auf einen höheren Umsatz verteilt werden. Je mehr Kartenumsatz Sie erzielen, desto günstiger wird jede einzelne Transaktion in Relation.

Beispiel 3: Restaurant mit internationalem Publikum

KennzahlWert
Monatlicher Kartenumsatz25.000 €
Durchschnittlicher Bon55,00 €
Transaktionen/Monat~455
Kartenmix40 % Girocard / 50 % Visa und Mastercard (Debit und Kredit) / 10 % Amex
Variable Kosten (gewichtet)~0,69 % → 172,75 €/Monat
Terminal-Miete (2 × mobil)33,90 €/Monat
Gesamtkosten/Monat206,65 €
Effektiver Gesamtanteil am Umsatz0,83 %

In einem Restaurant mit internationaler Kundschaft steigt der gewichtete Gebührensatz durch den höheren Anteil an Kreditkarten und American Express. Karten von außerhalb des EWR sind in dieser Rechnung nicht gesondert angesetzt; für sie gelten eigene Sätze, die im individuellen Angebot stehen. Dennoch bleibt der effektive Kostenanteil unter 1 % des Kartenumsatzes, in einer Branche, in der Kunden ohne Kartenakzeptanz häufig weniger bestellen oder das Lokal gar nicht erst aufsuchen.

Unverbindliche Beispielrechnung auf Grundlage der genannten Annahmen, kein Angebot und keine Preiszusage. Verbindlich ist allein Ihr individuelles Angebot.

Versteckte Kosten und Gebührenfallen erkennen

Die größten Kostenunterschiede zwischen Anbietern liegen nicht in den offensichtlichen Transaktionsgebühren, sondern in den Nebenkosten, die erst auf der Abrechnung oder im Kleingedruckten sichtbar werden. Achten Sie besonders auf folgende Positionen:

Mindestgebühr pro Transaktion

Manche Anbieter erheben eine Mindestgebühr von z. B. 0,08 bis 0,12 € pro Transaktion. Das klingt nach wenig, macht sich aber bei kleinen Beträgen bemerkbar: Bei einem Brötchenkauf für 2,50 € und einer Mindestgebühr von 0,10 € zahlen Sie effektiv 4,0 %, statt der beworbenen 0,24 %. Für Bäckereien, Kioske und andere Geschäfte mit niedrigem Durchschnittsbons ist dieser Punkt entscheidend.

PCI-DSS-Compliance-Gebühr

Der Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) schreibt vor, dass jeder Händler, der Kartenzahlungen akzeptiert, bestimmte Sicherheitsstandards einhalten muss. Einige Anbieter berechnen dafür eine separate monatliche Gebühr von 5 bis 15 €. Bei Future Payments ist die PCI-Compliance in der Terminal-Miete enthalten.

Storno- und Rückbuchungsgebühren (Chargebacks)

Wenn ein Kunde eine Kartenzahlung über seine Bank rückbuchen lässt (Chargeback), entstehen Ihnen als Händler Kosten von typischerweise 15 bis 50 € pro Fall, zusätzlich zum Verlust des Rechnungsbetrags. Eine niedrige Chargeback-Quote ist daher bares Geld wert. Moderne Terminals mit klaren Belegfunktionen und PIN-Verifizierung helfen, Chargebacks zu minimieren.

Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen

Einige Anbieter binden Händler an Vertragslaufzeiten von 24 bis 60 Monaten mit automatischer Verlängerung. Eine vorzeitige Kündigung kann Restlaufzeitgebühren von mehreren hundert Euro nach sich ziehen. Achten Sie auf flexible Vertragsmodelle mit kurzen Laufzeiten oder monatlicher Kündbarkeit.

Nicht-Nutzungsgebühr

Manche Anbieter erheben eine Gebühr, wenn Sie in einem Monat weniger als eine bestimmte Anzahl Transaktionen oder einen Mindestumsatz abwickeln. Für saisonale Betriebe (Eisdiele, Weihnachtsmarktstand, Biergarten) kann das in den Wintermonaten zum Problem werden.

⚠️ Checkliste: Diese Punkte im Angebot prüfen

  • Gibt es eine Mindestgebühr pro Transaktion? Wenn ja, wie hoch?
  • Ist PCI-DSS-Compliance in der Miete enthalten oder separat?
  • Wie lang ist die Vertragslaufzeit? Gibt es eine automatische Verlängerung?
  • Fallen Kosten bei Nicht-Nutzung an?
  • Wie hoch sind die Chargeback-Gebühren?
  • Gibt es eine Einrichtungs- oder Aktivierungsgebühr?
  • Sind Software-Updates und technischer Support inklusive?

Bargeld ist auch nicht kostenlos: die ehrliche Gegenrechnung

Viele Händler scheuen die Gebühren der Kartenzahlung und betrachten Bargeld als „kostenlosen" Zahlungsweg. Doch bei genauer Betrachtung hat Bargeld ebenfalls einen Preis, er ist nur weniger transparent, weil er nicht auf einer Monatsabrechnung erscheint.

Die versteckten Kosten des Bargeldes umfassen:

KostenpositionGeschätzte Kosten
Bankeinzahlung und Wechselgeldbestellung30 bis 100 €/Monat (je nach Bank und Volumen)
Zeitaufwand Kassenzählung (15 bis 30 Min./Tag)100 bis 250 €/Monat (Personalkosten)
Schwund (Diebstahl, Zählfehler, Falschgeld)0,5 bis 2,0 % des Bargeldumsatzes
Versicherung für Bargeldbestand10 bis 30 €/Monat
Tresor und SicherheitsausstattungEinmalig 200 bis 1.500 € + Wartung

Rechnet man Einzahlung, Zählzeit, Schwund und Sicherung zusammen, entsteht auch beim Bargeld ein spürbarer Kostenblock; er taucht nur nicht als Position auf einer Monatsabrechnung auf. Damit liegt Bargeld in vielen Fällen auf einem ähnlichen Niveau wie die Kartenzahlung per Girocard.

Hinzu kommt ein schwer bezifferbarer, aber realer Effekt: Wer Karten akzeptiert, verliert keine Kunden an der Kasse, die kein passendes Bargeld dabeihaben, und muss Kleinbeträge nicht ablehnen. Ein Vergleich beider Zahlungswege findet sich im Ratgeber Kartenzahlung vs. Barzahlung.

💡 Fazit der Gegenrechnung: Girocard-Zahlungen liegen bei 0,24 bis 0,36 % des Umsatzes. Bargeld ist nicht kostenlos, sondern verursacht Aufwand für Zählung, Einzahlung, Schwund und Sicherung. Selbst Kreditkartenzahlungen mit 0,85 bis 1,50 % bewegen sich in einem vergleichbaren Korridor, bieten aber den Vorteil automatischer Verbuchung und höherer durchschnittlicher Bons. Die Frage ist also nicht „Ist Kartenzahlung teuer?", sondern „Kann ich es mir leisten, auf Kartenzahlung zu verzichten?".

Welche Stellschrauben Händler bei den Kartenzahlungskosten haben

Die gute Nachricht: Sie sind den Gebühren nicht hilflos ausgeliefert. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre effektiven Kartenzahlungskosten spürbar reduzieren, ohne Einbußen bei Kundenfreundlichkeit oder Akzeptanzbreite.

Sieben Ansatzpunkte, die sich im Alltag bewährt haben. Die ausführliche Checkliste mit allen neun Hebeln steht im Ratgeber Kartenzahlung Gebühren senken.

1. Das passende Preismodell wählen

Der größte Hebel ist die Wahl des richtigen Preismodells (dazu mehr im nächsten Abschnitt). Für die meisten Händler in Deutschland, deren Kunden überwiegend mit Girocard und EU-Debitkarten zahlen, ist ein transparentes Interchange++-Modell günstiger als eine pauschale Flatrate.

2. Girocard-Akzeptanz priorisieren

Je höher der Girocard-Anteil an Ihrem Kartenmix, desto niedriger Ihre durchschnittlichen Gebühren. Manche Händler kommunizieren aktiv, dass Girocard bevorzugt wird, etwa durch einen kleinen Aufsteller am Terminal. Das ist erlaubt, solange keine Karte explizit abgelehnt wird.

3. Volumenrabatte verhandeln

Ab einem monatlichen Kartenumsatz von ca. 10.000 bis 20.000 € lohnt sich das Gespräch mit dem Anbieter. Die Acquirer-Gebühr ist verhandelbar, und bei hohem Volumen sind Rabatte von 0,05 bis 0,15 Prozentpunkten realistisch. Das summiert sich: Bei 20.000 € Umsatz spart ein Rabatt von 0,10 % bereits 20 € monatlich.

4. Nur die Geräte bezahlen, die Sie wirklich brauchen

Mieten Sie nur die Geräte, die Sie tatsächlich einsetzen. Ein Friseursalon kommt in der Regel mit einem stationären Gerät am Empfang aus, ein Restaurant profitiert von mobilen Geräten am Tisch. Was die einzelnen Varianten kosten, steht im Ratgeber Was ein EC-Kartenlesegerät kostet; den passenden Zuschnitt ermittelt der Kostencheck.

5. Vertragslaufzeit bewusst wählen

Flexible Verträge ohne lange Laufzeit ermöglichen Ihnen, auf bessere Angebote zu wechseln, wenn der Markt günstiger wird. Das Bewusstsein, dass Sie jederzeit wechseln können, stärkt auch Ihre Verhandlungsposition gegenüber dem aktuellen Anbieter.

6. Kontaktlose Zahlungen fördern

Kontaktlose Zahlungen (NFC) laufen schneller ab als Chip-und-PIN-Transaktionen, weil das Einstecken der Karte und meist auch die PIN-Eingabe entfallen. Das spart keine Gebühren, aber Personalzeit an der Kasse, gerade bei vielen kleinen Beträgen. Praxistipps dazu im Ratgeber Kontaktloses Bezahlen optimieren.

7. Abrechnungen regelmäßig prüfen

Überprüfen Sie Ihre monatliche Abrechnung auf Gebühren, die Sie nicht nachvollziehen können. Fragen Sie Ihren Anbieter nach einer Aufschlüsselung nach Kartentypen. Oft fallen erst bei genauer Prüfung Positionen auf, die sich einsparen lassen, etwa eine PCI-Gebühr, die schon längst in der Miete enthalten sein sollte.

Preismodelle im Vergleich: Flatrate vs. Interchange++

Zahlungsdienstleister bieten in Deutschland im Wesentlichen zwei Preismodelle an. Beide haben ihre Berechtigung. Welches für Sie günstiger ist, hängt von Ihrem Kartenmix und Transaktionsvolumen ab.

Flatrate-Modell (Blended Rate)

Beim Flatrate-Modell zahlen Sie einen festen Prozentsatz pro Transaktion, egal ob Girocard, Visa Debit oder Kreditkarte. Der Anbieter kalkuliert intern einen Durchschnitts-Kartenmix und schlägt seine Marge auf. Typische Flatrate-Sätze liegen bei 0,89 bis 1,69 % pro Transaktion.

Vorteil: Einfach und vorhersehbar. Sie wissen genau, was jede Transaktion kostet.

Nachteil: Sie zahlen für Girocard-Transaktionen deutlich mehr, als sie tatsächlich kosten. Bei einem hohen Girocard-Anteil (wie in den meisten deutschen Geschäften) subventionieren Sie damit de facto die Kreditkartentransaktionen.

Interchange++ (IC++)

Beim Interchange++-Modell werden Ihnen die tatsächlichen Kosten (Interchange + Scheme Fee) plus ein fester Acquirer-Aufschlag berechnet. Sie sehen auf Ihrer Abrechnung exakt, was jede Transaktion kostet, aufgeschlüsselt nach Kartentyp.

Vorteil: Maximale Transparenz und in der Regel günstiger, wenn Ihr Kartenmix zu 60 % oder mehr aus Girocard und EU-Debitkarten besteht.

Nachteil: Die monatliche Abrechnung ist komplexer. Bei hohem Kreditkarten- oder Nicht-EU-Kartenanteil können die Kosten höher ausfallen als bei einer Flatrate.

KriteriumFlatrateInterchange++
TransparenzEinfach, ein Satz für allesVollständige Aufschlüsselung
Günstiger bei …Hohem Kreditkarten-/Amex-AnteilHohem Girocard-/Debit-Anteil
Typische BranchenHotels, Online-Shops, TourismusEinzelhandel, Gastronomie, Arztpraxen
RisikoAnbieter trägt das Risiko teurer KartentypenHändler trägt das Risiko, profitiert aber bei günstigem Mix
Girocard-Kosten0,89 bis 1,69 % (teurer als nötig)0,24 bis 0,36 % (tatsächliche Kosten)

💡 Unsere Empfehlung: Für die meisten stationären Händler in Deutschland, bei denen Girocard und Visa/MC Debit den Kartenmix dominieren, ist das Interchange++-Modell die günstigere Wahl. Wir bei Future Payments beraten Sie gerne, welches Modell zu Ihrem Geschäft passt, basierend auf Ihrem tatsächlichen Kartenmix. Wie Sie den ausgehandelten Satz anschließend weiter drücken, zeigt der Ratgeber Kartenzahlung Gebühren senken.

Häufige Fragen zu Kartenzahlungskosten für Händler

Welche Gebühren fallen bei Kartenzahlungen an?

Die Kosten hängen vom Kartentyp ab. Eine Girocard-Transaktion kostet in der Regel 0,24 bis 0,36 % des Zahlungsbetrags. Visa- und Mastercard-Debitkarten liegen bei 0,30 bis 0,48 %. Consumer-Kreditkarten kosten ca. 0,85 bis 1,50 %, Business-Kreditkarten und American Express bis zu 3 %. Dazu kommen monatliche Fixkosten für die Terminal-Miete.

Trägt der Händler oder der Kunde die Kartengebühren?

In Deutschland zahlt grundsätzlich der Händler die Transaktionsgebühren. Die EU-Richtlinie verbietet es, Kartenzahlungsgebühren direkt an den Kunden weiterzugeben (sogenanntes Surcharging-Verbot gemäß EU-Richtlinie 2015/2366, PSD2). Der Karteninhaber trägt allenfalls eine Jahresgebühr für seine Kreditkarte, die er an seine eigene Bank zahlt, nicht an den Händler. Ausführlich erklärt das der Ratgeber Wer zahlt Gebühren bei Kartenzahlung.

Gibt es einen Mindestbetrag für Kartenzahlung?

Rechtlich sind Sie nicht verpflichtet, jeden Betrag per Karte zu akzeptieren: Sie können also einen Mindestbetrag festlegen. Allerdings raten wir davon ab: Kunden erwarten heute, auch Kleinbeträge mit Karte zahlen zu können. Seit dem Anstieg kontaktloser Zahlungen sind Transaktionen unter 5 € alltäglich. Ein Mindestbetrag kann Kunden abschrecken und zum Konkurrenten treiben.

Was ist die Interchange Fee und warum ist sie reguliert?

Die Interchange Fee ist die Gebühr, die bei jeder Kartentransaktion an die kartenausgebende Bank fließt. Sie wurde 2015 durch die EU-Verordnung 2015/751 auf maximal 0,20 % für Debitkarten und 0,30 % für Kreditkarten (Consumer) gedeckelt. Ziel war es, die Kartenzahlungskosten für Händler in Europa zu senken und den Wettbewerb zu fördern. Business-Karten und Nicht-EU-Karten sind von dieser Regulierung ausgenommen.

Lohnt sich Kartenzahlung für kleine Beträge?

Ja, wenn Ihr Anbieter keine oder nur eine sehr niedrige Mindestgebühr pro Transaktion erhebt. Bei einem Girocard-Satz von 0,24 % kostet eine Zahlung über 5,00 € nur 0,012 €, also etwas mehr als ein Cent. Die Zeitersparnis beim Kassiervorgang (kein Wechselgeld zählen) überwiegt die Kosten bei Weitem. Achten Sie bei der Anbieterwahl auf den Verzicht auf Mindesttransaktionsgebühren.

Wie schnell erhalte ich das Geld aus Kartenzahlungen?

Das hängt vom Zahlungsdienstleister und der Kartenart ab. Bei Girocard-Zahlungen ist das Geld in der Regel am nächsten Werktag auf Ihrem Konto. Bei Kreditkartenzahlungen beträgt die Auszahlungsfrist meist 2 bis 5 Werktage. Einige Anbieter bieten gegen Aufpreis eine Same-Day- oder Next-Day-Auszahlung für alle Kartentypen an.

Kann ich bestimmte Kartentypen ablehnen, um Kosten zu sparen?

Grundsätzlich ja, mit Einschränkungen. Sie können entscheiden, ob Sie beispielsweise American Express oder bestimmte Kreditkarten akzeptieren. Innerhalb der Visa- oder Mastercard-Akzeptanz müssen Sie jedoch alle Kartentypen des jeweiligen Netzwerks annehmen (Honour-All-Cards-Regel). In der Praxis empfehlen wir, eine möglichst breite Akzeptanz anzubieten: Jede abgelehnte Karte ist ein potenziell verlorener Umsatz.

Fallen neben den Transaktionsgebühren monatliche Fixkosten an?

Ja. Zu den prozentualen Gebühren kommt eine monatliche Miete für die Hardware, bei Future Payments ab 12,50 € stationär und ab 16,95 € mobil, inklusive PCI-Compliance, Software-Updates und technischem Support. Eine Einrichtungsgebühr gibt es nicht; einmalig fallen 9,95 € Versand oder wahlweise 24,95 € für die Installation vor Ort an. Alle Gerätepreise im Detail: Was ein EC-Kartenlesegerät kostet

Gibt es eine Mindestgebühr pro Transaktion?

Bei Future Payments gilt eine Mindestgebühr ab 0,04 € pro Transaktion. Sie greift bei allen Beträgen, bei denen 0,24 % weniger als 4 Cent ergeben würden, also bei girocard unterhalb von rund 16,67 €. Für Geschäfte mit einem Durchschnittsbon über 20 € spielt sie praktisch keine Rolle. Wichtig ist der Vergleich: Manche Anbieter setzen die Mindestgebühr bei 0,08 bis 0,12 € an, was Kleinbeträge spürbar verteuert.

Wie werden die Gebühren bei Kartenzahlung abgerechnet?

Die Transaktionsgebühren werden automatisch vom Kartenumsatz einbehalten, bevor der Betrag auf Ihrem Geschäftskonto gutgeschrieben wird. Die Terminal-Miete wird monatlich abgebucht. Sie erhalten eine Monatsabrechnung mit allen Transaktionen und Gebühren, bei Interchange++ zusätzlich aufgeschlüsselt nach Kartentyp.

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Quellen

Alle Kostenthemen im Detail

  • Kartenlesegerät Kosten: Miete, Kauf und Praxisbeispiele
  • Kreditkartengebühren Händler: Interchange, Scheme Fee und Marge
  • Amex Gebühren für Händler: Vergleich mit Visa und Mastercard
  • Wer zahlt Gebühren bei Kartenzahlung: Händler oder Kunde
  • Kartenzahlung Gebühren senken: 9 Hebel für Händler

Ratgeber

Gebühren und Terminal-Kosten konkret prüfen lassen.